Dienstag, 18. Mai 2004

Nur 6 Monate Präsenzdienst: Strasser will auch "adäquate" Kürzung des Zivildienstes

  • Reduzierung um 2 Monate sei "sinnvoll und angebracht"
  • Zilk: Bis '07 Ausmaß des Assisteneinsatzes verringern

Sollte die Bundesheer-Reformkommission eine Verkürzung des Präsenzdienstes beschließen, müsse man auch den Zivildienst verkürzen. Dafür sprach sich Innenminister Strasser am Dienstag vor dem Ministerrat aus. Auf Details wollte er sich allerdings noch nicht einlassen.

Er habe gestern mit dem Vorsitzenden der Kommission, Helmut Zilk, ein Gespräch darüber geführt, erläuterte Strasser. Man habe sich darauf verständigt, die Ergebnisse der Kommissionsarbeit zusammen mit den großen Zivildienst-Trägern zu bewerten. Zilk hatte sich zuletzt ja für die Verkürzung des Präsenzdienstes von acht auf sechs Monate ausgesprochen. Wenn es dazu komme, erscheine ihm auch eine Anpassung des Zivildienstes als "sinnvoll, notwendig und angebracht", so Strasser. Was das Ausmaß betreffe, so erscheine ihm eine adäquate Kürzung, also zwei Monate, für angebracht.

Zilk präzisierte am Dienstag seine Vorstellungen: Die Verkürzung werde dann möglich sein, wenn der Assistenzeinsatz nicht mehr oder nicht mehr im bisherigen Ausmaß von ständig rund 2.000 Mann erforderlich ist. Dies werde 2006 oder 2007 der Fall sein. Dann würden die Nachbarstaaten zwar vermutlich noch nicht Mitglied des Schengen-Systems sein, bei der Sicherung ihrer eigenen Grenzen aber doch schon erhebliche Fortschritte gemacht haben. "2007 ist die äußerste Grenze für mich", betonte er.

Der Zivildienst sollte im gleichen Ausmaß sinken, also von derzeit zwölf auf zehn Monate, erwartet der Kommissions-Vorsitzende. Nichts hält er von Forderungen, die Dauer anzugleichen, wie es bis 1992 der Fall war. Das sei auch in anderen Ländern nicht üblich. Der Wiener Altbürgermeister plant in diesem Zusammenhang aber auch wenig Populäres: Zum Ersatzdienst sollten künftig auch bisher untaugliche junge Männer verpflichtet werden. (apa)

18.5.2004 12:53