Karin Resetarits. Die Medienlady wagt eine Kandidatur für das EU-Parlament!
- Das große WOMAN-Porträt einer Ausnahmefrau!
- Warum sie antritt, wofür sie eintritt und ihr Privatleben!

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Keine Frage: Karin Resetarits liebt Herausforderungen. Und: Sie beweist alle paar Jahre Mut zur Nachjustierung ihres Lebens. Jetzt allerdings geht die 42-jährige Ex-ORF-Journalistin, Ex-Radio-moderatorin und Vielleicht-bald-EU-Politikerin ein echtes Risiko ein....
Im Schlepptau von EU-Querulant Hans-Peter Martin will die vierfache Mutter ins Europäische Parlament einziehen. Auf die "ZiB 2"-Spitzenmeldung
Über die Kandidatur der absoluten Ausnahmefrau folgten auch schon mitleidige Kommentare: Als "Barbara Prammer vom Hans-Peter Martin" ("Find ich lustig") oder "virtuelle politische Kunstfigur" ("Was soll das? Ich trete als Bürgerin dieses Landes an.") wurde sie bezeichnet. Und "profil" fragte gar, ob es beim politischen Engagement der Resetarits nicht auch "eine Demo getan hätte".
Kündigung per Fax
Damit will sie sich gar nicht lang aufhalten, beteuert sie beim WOMAN-Interview, und man glaubt es ihr sofort. 37 Stunden nach Bekanntwerden ihrer Kandidatur ratterte die fristlose Kündigung ihres aktuellen Arbeitgebers, Kronehit-Radio, durch ihr privates Faxgerät, daheim in ihrer Wohnung in Wien-Hietzing. Die Begründung: "... aufgrund der von Ihnen bestätigten Kandidatur für die EU-Wahlen ist die für uns als unpolitischen Sender wesentliche politische Unabhängigkeit der von Ihnen betreuten und moderierten Sendung nicht mehr gegeben." Der Fall kommt vors Arbeitsgericht, gibt sich Resetarits bekannt kämpferisch. Trotzdem war sie verblüfft: "Die Stenzel wurde doch auch vom ORF karenziert, als sie kandidierte."
Für Resetarits bedeuten die nächsten Wochen bis zur Wahl am 13. Juni ein berufliches Leben gänzlich ohne Fangnetz: Schafft die Partei "HPM" keinen oder bloß einen Sitz in Brüssel, hat die Medien-Allrounderin alles verloren.
Daran will sie jetzt gar nicht denken und proklamiert munter, wofür sie eigentlich steht: "Ich will eine völlig unabhängige Volksvertreterin sein." Und: "Meine Schwerpunkte sollen Kultur und Landwirtschaft werden." Brüssel, sagt sie, sei für die meisten "was ganz Abgehobenes". Sie wolle den Menschen "das Thema näher bringen".
Dass sie Seite an Seite mit dem hoch umstrittenen "EU-Aufdecker HPM" kandidiert, sieht sie gelassen: "Er hat mich immer an Michael Kohlhaas erinnert - eben einer, der für Gerechtigkeit kämpft und dessen Mittel immer drastischer werden, je mehr die Mächtigen die Mauer machen ..." Methoden wie Knopflochkamera-Überwachung "würden mich jedenfalls nicht stören - mich kann man gerne filmen", sagt sie längst mit einem Augenzwinkern auf ihr Image der öffentlichkeitsliebenden Medienfrau: "Hans-Peter Martins Methoden sind nicht fragwürdig, sondern bloß die eines konfliktfreudigen, aber auch verzweifelten Gerechtigkeitsfanatikers." Sorge, selbst mit Martin - ihm wird von seinen ehemaligen SP-Fraktionskollegen mangelnde Teamfähigkeit vorgeworfen - zusammenzukrachen, hat sie nicht: "Wir sind wie eine Segelregatta, jeder ist für sich selbst verantwortlich."
Nur keine gemachten Nester
Mut zum Risiko ist eine von Resetarits' herausragenden Eigenschaften. Erst im Frühling 2003 löste sie ihren hoch dotierten ORF-Vertrag und verließ das "gemachte, aber perspektivlose Nest". Resetarits damals gegenüber WOMAN: "Ich bin keine Ansage-Tussi, die nur vor der Kamera kleben will. Alle Projekte, die ich dem ORF angeboten habe, landeten in irgendwelchen Schubladen. Ich werde nicht mehr gebraucht." Also ging sie. Und übernahm ihre eigene Sendung im Privatradio.
Privates Tabula rasa
Vier Jahre zuvor machte sie privat Tabula rasa. Nach 14-jähriger Beziehung zu ORF-Mann Peter Resetarits verliebte sich die damals 37-Jährige in den Produzenten von "Absolut Resetarits", Martin Kraml. Resetarits zog einen Schlussstrich unter "eine Ehe, die längst zur Freundschaft mutiert ist" und gab der Liebe eine Riesenchance. "Dass einen mit 37 noch mal so der Blitz trifft, ist doch ein Wunder." Das Wunder hat Bestand: Resetarits und Kraml leben seit fünf Jahren "eine wunderbare Beziehung, die von Respekt und großer Anziehungskraft getragen ist". Und: "Ich bin eine männerliebende Emanze."
Wahlkampf per Homepage
Kraml war es auch, der ihr nach Martins EU-Angebot eine Woche vor der Pressekonferenz zur Kandidatur geraten hatte. Und er wird ihr auch ihre ganz persönliche Wahlwerbung kreieren. Karin Resetarits wird ab sofort ständig von einem Kamerateam begleitet werden (www. karinresetarits.at).
Was sie antreibt, weiß sie sofort: "Meine Lebenslust." Wo sie sich in fünf Jahren sieht, auch: "Sicher einen großen Schritt weiter. Ich kandidiere jetzt. Und wenn ich es schaffe, dann will ich politisch etwas bewegen. Aber ich werde ganz bestimmt keine Berufspolitikerin werden." Ihr Credo ist: "Wenn es nur das eine Leben gibt, dann will ich alles auskosten ..." Und: "Ich brenne ..."
(Lesen Sie das große Resetarits-Porträt in WOMAN 10/2004)
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