Mittwoch, 12. Mai 2004

Wolfgang Ambros: Langsam wachs ma z’samm

Nach seinem Feuerunfall in der vergangenen Woche befindet sich der Künstler auf dem Weg der Heilung. Am 15. Mai spielt er sein erstes Konzert. NEWS besuchte ihn im Krankenhaus.

Der Musiksender im Fernsehen will nicht verstummen, auf dem Nachkästchen türmen sich die CDs, auf dem Tisch welkt ein Blumenstrauß. Mittendrin Wolfgang Ambros, die Beine und der rechte Unterarm dick einbandagiert. Er sieht blass aus, doch das Gesicht hat weniger abbekommen, als man befürchten musste. Vor wenigen Tagen noch sah die Causa grimmig aus: Eine Stichflamme daheim im Garten hatte ihn schwer blessiert. So schwer waren die Verbrennungen, dass man ihn in die Intensivstation des Wiener AKH verbrachte. Am Dienstag wurden die Wunden gesäubert und Hautzellen transplantiert. Jetzt geht es besser, und zwar markant. Schon am 15. Mai will er beim Purkersdorfer Open Air Sommer wieder auftreten. „Am Samstag steh ich auf der Bühne. Komme, was wolle!“

Dennoch wird es eine lange Strecke, ehe er wiederhergestellt ist. Der behandelnde Arzt Dr. Manfred Frey: „Er wird nach dem Auftritt entweder wieder stationär aufgenommen oder ambulant betreut.“ In zwei Wochen sollen die Verbände abgenommen werden. Ambros muss dann die Sonne meiden, doch für Urlaubsambitionen reicht die Zeit ohnehin nicht: Am 9. Juni startet die „Austria 3“-Tour (Termine unter www. austria3.at), ab 8. Juli spielt er nach 13-jähriger Pause wieder das Alpenmusical „Watzmann“ in Deutschland.
Wir durften ihn als Einzige in der Intensivstation besuchen und erfuhren viel über den Unfall, die Depressionen und den Weg zurück.

NEWS: Viele fragen sich, wie dieser Unfall passieren konnte.
Ambros: Es war ein Blödsinn von mir auf der einen Seite und auf der anderen Seite Unwissenheit. Wer weiß das schon, dass Benzin so schnell verdampft, wenn es draußen warm ist? Es hatte schon 23 Grad.
NEWS: Was ist denn geschehen?
Ambros: Ich wollte meinen Grünschnitt verbrennen und hab Benzin darüber gegossen. Durch die Hitze ist es verdampft und eine Gaswolke entstanden. Ich bin fünf Meter entfernt vom Holzhaufen gestanden, wollte gerade mit dem Streichholz die Lunte anzünden, und dann ist alles in die Luft geflogen. Normalerweise mach ich das im November, nur hat es dieses Mal so früh geschneit, und ich bin nicht mehr dazu gekommen.
NEWS: Waren Sie nach dem Unfall bewusstlos?
Ambros: Nein. Ich hab die Flamme gesehen, die kurz auf mich draufgesprungen ist. Mich hat es nach hinten geschleudert. Ich hab mich geistesgegenwärtig dreimal hin und her gewälzt für den Fall, dass ich irgendwo brenne. Die Flamme hat mich nur gestreift. Aber das hat genügt. Ich trug leider nur eine kurze Hose und ein kurzes Leiberl – sonst wäre es glimpflicher ausgegangen.

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12.5.2004 15:38