Ehrenparteichef Mock in NEWS: "Brüssel muss Priorität für Schüssel haben!"
- Er spricht sich für die EU-Topkarriere des Kanzlers aus, selbst wenn dadurch die Wiener Regierung Probleme bekommt
In der Kanzlerpartei ÖVP haben die Geburtstagsfeierlichkeiten für Ehrenparteichef Alois Mock begonnen. Der Aussenminister und Vizekanzler a.D. vollendet am 10. Juni sein 70. Lebensjahr. Im Interview für die neusteste Ausgabe von NEWS erklärt Mock zur Lage der Regierung nach dem vierfachen Wahlverlust vom Frühjahr: "Gemessen an dem, was sie an Reformprogrammen begonnen hat, diese Riesenbrocken noch dazu mit einer nicht wirklich otimalen Informationspolitik darüber, geht es ihr noch ganz gut. Aber das Maß ist schon sehr hart, mit dem sie belastet wird."
Bemerkenswert die Position des ÖVP-Ehrenobmannes zu einem allfälligen Abgang von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel als nächster EU-Kommissionspräsident der EU: Ja, er, Mock, sei dafür, dass Schüssel Kommissionspräsident wird, "weil das eine enorme Chance für Österreich und für ihn selber ist. Weil er das EU-Geschäft wirklich kennt, weil er mittlerweile sehr viele Freunde in der EU hat. Ausserdem wäre das doch ein beachtlicher Erfolg nach dem EU-Putschversuch 2000 gegen uns." Und Mock weiter: "Zugleich wäre ein Abgang Schüssels nach Brüssel sicherlich auch ein grosser Verlust. Nur - man muss wählen, wenn sowas auf einen zukommt, was die Priorität ist. Und langfristig ist Europa als Priorität sehr viel wichtiger. Sollte er gerufen werden, sehe ich in der ÖVP ohne weiteres drei, vier Leute als mögliche Kanzler-Nachfolger", so Mock, der allerdings dazu keine Namen nennen wollte.
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