Mittwoch, 12. Mai 2004

Gebeutelte EStAG legte Bilanz für 2003 vor: Keine Dividende an EdF & Land Steiermark

  • Konzernergebnis von minus 9,9 Mio. Euro. erreicht
  • Causa EStAG beschäftigt Politik seit letztem Sommer

Die Energie Steiermark Holding AG (EStAG) verzeichnet im Geschäftsjahr 2003 ein Konzernergebnis von minus 9,9 Mio. Euro. Dies gab Interimsvorstand Johannes Ditz heute in der Bilanzpressekonferenz bekannt. Eine Dividende wurde für 2004 in Aussicht gestellt, für 2003 entfällt sie. Die Abwertungen in Folge des überteuerten Einkaufs von Beteiligungen belaufen sich auf rund 323 Mio. Euro.

Ebit und Umsatz hätten gesteigert werden können, aber durch Bewertungsänderungen im Zusammenhang mit der Tochter Energie Graz und der Stromtochter SSG habe sich das Finanzergebnis verschlechtert. Die Umsatzerlöse im Jahr 2003 seien um 6 Prozent von 892 auf 947 Mio. Euro gestiegen, sagte Ditz. Die sonstigen betrieblichen Erträge hätten sich von 51 auf 61 Mio. Euro erhöht, u.a. durch Auflösung von Rückstellungen beim Energiepark Donawitz (EPD), einem Joint venture mit der voestalpine.

Das operative Ergebnis (Ebit) sei von 47 auf rund 90 Mio. Euro gestiegen. Die Abschreibungen auf Aufwendungen aus Wertminderungen seien durch verkürzte Abschreibungsdauer und Wertminderungen von Auslandsbeteiligungen wie etwa in der Slowakei von rund 89 auf 106 Mio. Euro gestiegen.

Der Dreier-Vorstand aus Ditz, Peter Schachner-Blazizek und Pierre Aumont betonte mehrmals, dass es sich um einen "Einmaleffekt" auf Grund der Beteiligungsabwertungen handle. Wäre der "alte" Dreier- Vorstand aus Gerhard Hirschmann, Werner Heinzl und Hubert Jeneral früher abgelöst worden, wäre eine bessere Bilanz möglich gewesen. Diesem war von Ditz, dem früheren Aufsichtsratschef, mehrmals Handlungsunfähigkeit vorgeworfen worden.

Das Unternehmen stehe nicht schlecht da, sonst hätte sich das operative Ergebnis nicht erhöhen können, sagte Ditz. Die Schulden seien in einer Umgestaltung von kurzfristigen zu einer langfristigen Gestaltung der Finanzverbindlichkeiten um 120 Mio. Euro verringert worden, wobei sich die langfristigen Schulden auf rund 700 Mio. und die kurzfristigen auf rund 422 Mio. Euro belaufen.

(apa)

12.5.2004 14:30