Mittwoch, 12. Mai 2004

Automobil-Markt: Der deutsche Daimler Chrysler verkauft alle Hyundai-Anteile

  • Die Anteile werden für 840 Mio. Euro verkauft
  • Zusammenarbeit bei Nutzfahrzeugen gestoppt

Aus für die deutsche Beteiligung beim südkoreanischen Automobilkonzern Hyundai Motors. Das Stuttgarter Unternehmen DaimlerChrylser will seine Anteile um 840 Millionen Euro "zum gegebenen Zeitpunkt" verkaufen. Erst 2000 ist DaimlerChrysler, bei dem Branchenkollegen eingesteigen.

Die kriselnde Allianz zwischen dem deutsch-amerikanischen DaimlerChrysler-Konzern und dem südkoreanischen Autobauer Hyundai ist endgültig geplatzt: Beide Unternehmen hätten sich darauf verständigt, die Allianz nicht fortzusetzen, teilten DaimlerChrysler und Hyundai am Mittwoch in einer gemeinsamen Presseerklärung in Stuttgart und Seoul mit. DaimlerChrysler werde seinen 10,5-Prozent-Anteil an Hyundai Motors "zu gegebenem Zeitpunkt" verkaufen. Künftig wollten sich beide Unternehmen "auf eine Zusammenarbeit bei Einzelprojekten konzentrieren", erklärte Nutzfahrzeugvorstand Eckhard Cordes. "Dies ist auch ohne Anteilseignerschaft möglich."

Aus für die Zusammenarbeit bei den Nutzfahrzeugen
Die Nutzfahrzeugmotoren-Allianz sowie die Gespräche über ein Nutzfahrzeug-Joint-Venture würden beendet, hieß es weiter. Die Zusammenarbeit hier sei für DaimlerChrysler nicht mehr zwingend erforderlich, weil der Konzern inzwischen mit 65 Prozent der Anteile die Mehrheit am japanischen Nutzfahrzeugbauer Mitsubishi Fuso halte, erklärte der deutsch-amerikanische Konzern. Alle anderen Projekte, etwa die gemeinsame Entwicklung und Produktion einer Vier-Zylinder-Benzinmotoren-Familie, die gemeinsamen Einkaufsaktivitäten sowie die Lieferung von mittelschweren Motoren an Hyundai, werden demnach fortgeführt.

Zusammenarbeit im Motorenbereich
Der deutsch-amerikanische Autokonzern will mit Hyundai und Mitsubishi Motors aber weiter an der Entwicklung eines "Weltmotors" arbeiten. Trotz des Verkaufs der Hyundai-Beteiligung sei vereinbart worden, die Entwicklung und Produktion einer Familie von Vier-Zylinder-Benzinmotoren für Pkw weiter voranzutreiben, teilte DaimlerChrysler am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Motor ist unter anderem für den Einsatz bei Chrysler gedacht. Auch die gemeinsamen Einkaufs-Aktivitäten mit Hyundai Motor sollten fortgesetzt werden.

Grundsätzlich sei man sich mit den Koreanern einig, künftig vornehmlich auf Basis einzelner Projekte zusammenzuarbeiten, kommentierte der für das Asien-Geschäft zuständige Vorstand von DaimlerChrysler, Eckhard Cordes, die Entwicklung.(apa/red)

12.5.2004 08:54