Dienstag, 11. Mai 2004

Post-Teilverkauf: Staatsholding ÖIAG segnet Teilprivatierung ab!

  • "Stand-Alone"-Lösung vom Tisch
  • Post dürfte bei Paketdienst DPD aussteigen

Die Teilprivatisierung der Österreichischen Post AG steht kurz vor der Absegnung. Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Staatsholding ÖIAG sollen sich bereits auf einen Teilverkauf geeinigt haben. Am 18. Juni soll der ÖIAG-Aufsichtsrat den formalen Beschluss fällen.

Die Post hat Meldungen bereits indirekt bestätigt: "Wenn das so ist, würden wir uns freuen. Ein strategischer Partner ist zur Absicherung der Zukunft der österreichischen Post unbedingt notwendig", sagte Post-Generalsekretärin Viktoria Kickinger am Dienstagabend. Post-Generaldirektor Anton Wais hat zuletzt einen Abschluss der Partnersuche bis Anfang 2005 angekündigt.

Verkauft werden sollen laut "Standard" 25 Prozent plus eine Aktie
- also die Sperrminorität der Österreichischen Post AG. Als wahrscheinlichster Käufer wird die Deutsche Post gehandelt. Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel hat in den vergangenen Wochen mehrmals sein Interesse an einem Einstieg in Österreich bestätigt.

Die Post AG ist dabei offenbar von einer "Stand Alone"-Lösung, die laut ÖIAG ebenfalls geprüft worden ist, bereits klar abgekommen. Der Teilverkauf sei eine logische Konsequenz aus dem Regierungsauftrag, sagte Kickinger. Im Privatisierungsauftrag der Regierung war die ÖIAG mit der "Prüfung einer strategischen Partnerschaft für die Post als ersten Schritt der Privatisierung" beauftragt worden.

Laut Kickinger hat eine strategische Partnerschaft für die Österreichische Post mehrere Vorteile. Erstens sei die geplante Expansion in Osteuropa nur mit einem finanzkräftigen Partner möglich. Zweitens würde dadurch die drohende "Konkurrenz" abgewehrt. Und drittens würden vor allem im Paket-Bereich zusätzliche Volumina gebracht, meint Kickinger.

Der nächste Post-Aufsichtsrat ist für 26. Mai angesetzt worden. Dort ist auch mit heftiger Kritik der Post-Gewerkschaft zu rechnen. Diese hatte sich zuletzt klar gegen den Verkauf der Post an einen strategischen Partner ausgesprochen.
(apa)

11.5.2004 19:34