Dienstag, 11. Mai 2004

525 Mitarbeiter bangen um Job: Hettlage Österreich meldet die Pleite an

  • Diskussion über Gründung einer Auffang-Gesellschaft
  • Masseverwalterin: "Denke, dass etwas zu machen ist"

Die Österreich-Tochter der insolventen deutschen Bekleidungskette Hettlage ist endgültig pleite. Nachdem über Hettlage Österreich in München bereits zu Monatsbeginn ein Konkursverfahren eröffnet wurde, stellt das Unternehmen am Dienstag auch in Österreich den Insolvenzantrag. Betroffen sind 525 Mitarbeiter. Die österreichweit 13 Filialen dürften vorerst aber offen bleiben.

Diskutiert wird unter anderem die Gründung einer Auffanggesellschaft. Konkurrenten sollen bereits reges Interesse gezeigt haben. Die Verbindlichkeiten von Hettlage Österreich werden vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) auf 5,15 Mio. Euro geschätzt. Ob ein Zwangsausgleich zustande komme ist offen. Die erste Tagsatzung werde voraussichtlich Ende Juli angesetzt werden, so Manfred Werdinig vom KSV.

Die Masseverwalterin für Hettlage Deutschland, Barbara Beutler, meinte dazu auf APA-Anfrage: "Ich denke, dass in Österreich schon etwas zu machen ist." Aussagen über Schulden und Vermögen der österreichischen Gesellschaft wollte sie nicht treffen. Dies sei Sache des österreichischen Masseverwalters, der vom Gericht noch am Dienstag bestellt werden soll.

Vorwürfe der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), wonach die deutsche Mutter die gewinnbringende Österreich-Tochter in die Insolvenz getrieben habe, um die deutsche Konkursmasse aufzufetten, wies Beutler zurück. Die deutsche Hettlage habe "kein Interesse daran, die österreichische Gesellschaft an die Wand zu fahren".

Laut "WirtschaftsBlatt" fordert die Masseverwalterin von Hettlage Österreich zwei Mio. Euro aus Lieferungen und Leistungen. Rund 895.000 Euro schuldet die Österreich-Gesellschaft der Bank für Tirol und Vorarlberg, der Rest entfällt auf Lieferanten und Vermieter. Außerdem hat sie die April-Gehälter an die Mitarbeiter nicht mehr ausbezahlt.
(apa)

11.5.2004 11:31