Börse: Starke Kurseinbrüche an Europas Aktienmärkten, auch Tokio unter Druck
- Grund: Hoher Ölpreis und US-Zinsspekulationen
- Wiener Börse am Montag mit 3,39 Prozent im Minus!
Herbe Verluste an den wichtigsten europäischen Aktienmärkten zum Wochenauftakt! Die stärksten Rückschläge mussten Stockholm (minus 3,43 Prozent) und Wien (minus 3,39 Prozent) hinnehmen. Gründe dafür gibt es mehrere: Der hohe Ölpreis, die US Zinsspekulationen und der dramatische Kurseinbruch in Tokio.
Für Gegenwind sorgten auch die Abschläge an der Wall Street - der Dow Jones rutschte erstmals seit dem zwölften Dezember 2003 unter die 10.000-Punkte-Marke - und der dramatische Kurseinbruch in Tokio. Der japanische Nikkei-225-Index brach um fast fünf Prozent ein und musste damit den stärksten Tagesverlust seit dem 23. Oktober 2003 hinnehmen
Der Verkaufswelle konnte sich in einem Branchenvergleich kein Sektor entziehen. Weit in der Verlustzone präsentierten sich Werte aus dem Medien-, Finanzdienstleister- und Rohstoffbereich. Unter allen im Euro-Stoxx-50 vertretenen Indexkomponenten verbuchten Allianz (minus 4,44 Prozent auf 83,12 Euro), RWE (minus 4,49 Prozent auf 34,26 Euro) und Alcatel (minus 4,34 Prozent auf 11,91 Euro) die stärksten Kursrückgänge.
Die Aktie der Deutsche Lufthansa rutschte um 4,39 Prozent auf 12,20 Euro. Händler führten die Verluste auf den hohen Ölpreis zurück, der historische Höchststände erreicht hatte. Am Freitag war der Ölpreis in den USA über die Marke von 40 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Des weiteren verwiesen sie auf neu entflammte Terrorängste, nach dem tödlichen Attentat auf den tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow und den Kommandeur der russischen Truppen in Tschetschenien.
Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im ersten Quartal bei einem stabilen Umsatz erwartungsgemäß weniger verdient. Der Quartalsüberschuss des Konzerns sank um 31,7 Prozent auf 400 Millionen Euro. Vor einem Jahr war das Ergebnis durch den Verkauf der Haushaltsinsektizide sowie von Immobilien gestärkt worden. Bayer tendierten mit einem Abschlag von 3,48 Prozent auf 21,05 Euro.
KPN-Aktien verloren 0,66 Prozent auf 6,00 Euro. Der niederländische Telekomkonzern hat im ersten Quartal seinen operativen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 1,208 Milliarden Euro auf 1,246 Milliarden Euro leicht gesteigert. KPN bestätigte die Prognose, das im Gesamtjahr ein Umsatzrückgang um 4,4 bis 6,4 Prozent erwartet wird.
Die Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) verloren trotz eines Großauftrags 5,50 Prozent auf 19,75 Euro. Arianespace kauft 30 Trägerraketen des Typs Ariane-5 im Wert von 3 Milliarden Euro.
Dow Jones schließt heuer erstmals unter 10.000 Punkten
Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag mit zum ersten Mal im heurigen Jahr unter der Marke von 10.000 Punkten geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index ermäßigte sich 127,32 Einheiten oder 1,26 Prozent auf 9.990,02 Zähler. Der die wichtigsten Versorgungswerte umfassende Dow Jones Utilities Index gab 4,22 Zähler auf 263,39 Punkte ab, das entspricht einem Minus von 1,58 Prozent. Der als Trendbarometer angesehene Dow Jones Transport reduzierte sich um 36,17 Punkte oder 1,27 Prozent auf 2.810,01 Einheiten.
Unter den an der New York Stock Exchange gelisteten Titel standen sich 344 Gewinner und 3.115 Verlierer gegenüber. 69 Werte notierten unverändert. Insgesamt wurden rund 1.762,62 Mio. Aktien umgesetzt. Das Tageshoch erreichte der Dow Jones Industrial Index bei 10.116,28 Punkten, das Tagestief lag bei 9.932,74 Zählern.
(apa/red)
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