Sonntag, 16. Mai 2004

GAK feiert seinen ersten Titel ausgiebig: Präsident Roth landete in der Badewanne!

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Fußball-Graz trägt Rot! Der GAK holte sich am Samstag in der 35. Runde der T-Mobile-Bundesliga zum ersten Mal in der 102-jährigen Vereinsgeschichte den österreichischen Meistertitel, da die Austria bereits in der Vorschlußrunde alle Chancen zur erfolgreichen Titelverteidigung begrub.

Das GAK-Oberhaupt Rudi Roth wurde von den ausgelassen feiernden Spielern im Entspannungsbecken der Kabine gebadet, auf dem Rasen des ausverkauften Schwarzenegger-Stadions jubelten die Fans noch mit Imitationen der Meisterschale. Der echte Teller wird den Rotjacken erst am Donnerstag in der letzten Runde beim Spiel gegen die Admira in der Südstadt übergaben, dafür hat sich bereits eine "red invasion" angekündigt.

Meister-Trainer Walter Schachner konnte sein Glück kaum fassen. Zwischen Sekt-Duschen, Gratulationen und ersten Interviews schaffte es "Schoko" aber doch noch zu seiner Gattin Conny, der er freudestrahlend in die Arme fiel. "Wir waren in diesem Jahr in allen Belangen die Besten", stellte der bei der Austria gefeuerte und nun beim GAK gefeierte Erfolgscoach fest.

Die persönliche Genugtuung nach den Geschehnissen rund um die Entlassung durch Frank Stronach war dem 47-Jährigen deutlich anzusehen. Als Tabellen-Letzten hatte er im Oktober 2002 den GAK übernommen, nun sicherte sich der Ex-Teamstürmer nach dem Vize-Meistertitel im Vorjahr mit dem ersten Championat einen Platz in der Klubhistorie.

Schoko-Tabelle
Auch die "Schoko-Tabelle" erstrahlt weiter in Hochglanz: Die unglaubliche Bilanz seiner bisherigen drei Oberhaus-Stationen FC Kärnten, Austria und GAK spricht Bände: In 104 Spielen gab es nur 22 Niederlagen, in der Zeit bei der Austria (lediglich eine Niederlage) und beim GAK gar nur neun Schlappen in 70 Partien! Auf den Schultern seiner Schützlinge wurde der meisterliche Motivator durch die Arena getragen, Rudi Roth wollte von einem Wechsel seiner "Erfindung" zum VfB Stuttgart partout nichts wissen: "Das wäre in der jetzigen Situation Verrat an unseren Fans."

Die Spieler rund um Goalgetter Roland Kollmann ("Jetzt will ich auch das Double und Schützenkönig werden") und Kapitän Toni Ehmann ("Wir haben Großartiges geschafft") präsentierten sich bereits in den frisch gedruckten Meister-T-Shirts. Der Dank aller ging auch Richtung Mattersburg an Ex-Trainer Werner Gregoritsch, der mit dem Aufsteiger den Titelverteidiger entzauberte und damit das Meisterstück des GAK möglich machte.

"Ich freue mich riesig über den Titel meines früheren Vereins, der die die ganze Saison über den attraktivsten Fußball gespielt hat und völlig verdient ganz oben steht", meinte "Gregerl", der nebenbei mit den Burgenländern auch den Klassenerhalt endgültig perfekt machte.

Faire Gratulationen kamen von Austria-Sportdirektor Günter Kronsteiner. "Der GAK ist verdient Meister geworden. Er war sicher über die ganze Saison um das Stück besser, um das er nun am Ende in der Tabelle vorne sein wird."

Abzuwarten bleibt die Reaktion von Austria-Mäzen Frank Stronach. Der Bundesliga-Präsident hatte auf die Titelverteidigung des Budget-Krösus ja Wetten angenommen ("Wir werden am Ende wieder vorne sein. Ich bin überzeugt und wette sogar darauf, dass wir auch in den nächsten Jahren immer Meister werden"), nun kommt er am Freitag zum von Walter Schachner entthronten Ex-Meister zurück.(apa/red)

16.5.2004 14:00