Von Null auf hundert in eineinhalb Jahren: Die Erfolgsgeschichte des GAK
- Schachner führte Verein vom letzten auf den ersten Platz
In eineinhalb Jahren von Null auf Hundert - seitdem beim GAK das Duo Rudi Roth (Präsident) und Walter Schachner (Trainer) das Sagen hat, ist der Grazer Athletik Klub auf der Erfolgsspur. Roth übernahm am 30. Mai 2001 das Präsidenten-Amt und band Sponsoren und Fans wieder an den Verein, mit der Verpflichtung von Schachner gelang ihm ein Goldgriff. Als der ehemalige Teamstürmer am 9. Oktober 2002 präsentiert wurde, lag der GAK auf dem letzten Platz der T-Mobile Bundesliga, erreichte mit Platz zwei aber noch die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Nun setzten die Rotjacken noch eins drauf und holten vor der hoch favorisierten Austria erstmals den Meistertitel.
Lange Jahre stand der GAK in Graz im Schatten des scheinbar übermächtigen Lokalrivalen SK Sturm. Die Schwarz-Weißen holten als erster Verein die Meisterschale in die Steiermark und waren auch Stammgast in der Champions League, da blieb für die Rotjacken nur die Rolle als Nummer zwei in der Stadt. Mittlerweile sind die Rollen längst getauscht: Der GAK darf erstmals über die Meisterschaft jubeln und Sturm muss sogar noch um den Klassenerhalt in der T-Mobile-Bundesliga zittern.
Die Vereinsgeschichte des 1902 gegründeten Grazer Athletik-Sport-Klubs bietet viele Höhen und Tiefen, zuletzt aber überwogen eindeutig die Erfolge: Nach drei Cup- (1981, 2000 und 2002) sowie zwei Supercup-Siegen (2000 und 2002) steht jetzt auch der Meistertitel 2004 zu Buche. Angepeilt wird noch der Einzug in die Champions League, der im Vorjahr gegen Ajax Amsterdam nur knapp verpasst wurde.
Die offizielle Vereinsgründung am 18. August 1902 - am Tag des Geburtstags des Kaisers - kam zu Stande, nachdem einige Mittelschüler beim Grazer Akademischen Sportverein keine Chance gesehen hatten. In der Körösistraße wurde auch ein passender Platz gefunden, und nach der Fußball-Sektion folgten bald auch die Sportarten Tennis und Rad, später kamen noch Leichtathletik, Schwimmen, Fechten sowie Wintersport hinzu.
Die Kicker spielten zunächst in der Steiermark und in der österreichischen Amateur-Meisterschaft eine tragende Rolle, 1951 stieg der GAK in die Staatsliga A auf. Dort sprang als bester Nicht-Wiener-Verein gleich auf Anhieb Platz sechs heraus, die Prestige-Stadtduelle gegen Sturm endeten 1:2 bzw. 4:1. 1962 drangen die Athletiker im österreichischen Cup bis in Finale vor, wo die Austria aber zu stark war. Weil die Violetten aber das Double holten war der GAK erstmals für den Europacup qualifiziert. Im Cup der Cupsieger war jedoch gegen B. 1909 Odense gleich Endstation.
1972 durfte zum 70 Jahr-Jubiläum Bayern München in Graz begrüßt werden, vor 14.000 Zuschauern gab es gegen Beckenbauer, Müller und Co. nur eine knappe 3:4-Niederlage. 1974 war hingegen ein bitteres Jahr in der Vereinsgeschichte: Nach einer Reform kam es zum Abstieg. Doch postwendend gelang als Nationalligameister der Wiederaufstieg.
Im Jahr 1976 sorgte die Pleite von Sponsor ATS-Bank für große Sorgenfalten, Hofrat Dr. Konrad Reinthaler schaffte es aber den GAK zu retten. 1981 wurde mit dem ÖFB-Cupsieg der erste Titel in die Steiermark geholt, ehe 1990 erneut der Abstieg aus der höchsten Spielklasse nicht abgewendet werden konnte. Seit der Rückkehr in die höchste Spielklasse (1995) gehören die Roten aber wieder zum fixen Inventar und qualifizierten sich seit 1998 regelmäßig für den Europacup. Die Cup- sowie Supercupsiege 2000 und 2002 unterstreichen das neue Selbstbewusstsein, zum hundertjährigen Jubiläum 2002 kam sogar Real Madrid zum Gratulieren ins Schwarzenegger-Stadion.(apa/red)
