Freitag, 14. Mai 2004

Der GAK ist österreichischer Meister: Austrias Star-Ensemble ist entzaubert

  • 1:1-Remis gegen Superfund, Wiener 1:4 in Mattersburg
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Der GAK ist zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte österreichischer Fußball-Meister, die Abstiegsfrage in der Bundesliga wurde hingegen auf die letzte Runde vertagt. Den Grazern reichte am Samstag in der 35. Runde ein 1:1-Remis gegen Pasching zum Meistertitel, weil Titelverteidiger Austria gleichzeitig in Mattersburg mit 1:4 verlor.

Beide Teams begannen die Begegnung vorsichtig, die Oberösterreicher fingen die GAK-Angriffe trotz zahlreicher namhafter Ausfälle (u.a. Kirchler, Baur, Jezek) souverän auf. Allerdings nur bis zur 22. Minute, als ein Blackout von Ex-Austrianer Kiesenebner den GAK endgültig auf die Meisterstraße hievte - Kiesenebner fuhr bei einer Flanke von Aufhauser offensichtlich die Hand aus, Schiri Plautz zeigte auf den Elfmeterpunkt. Top-Torjäger Kollmann verwertete eiskalt ins rechte Eck und markierte Saisontreffer Nummer 26.

Ab diesem Zeitpunkt war der GAK ganz klar am Drücker. Pasching wirkte hingegen verunsichert, brachte offensiv nicht mehr viel zu Stande, auch die angekündigte violette Schützenhilfe von Pasching-Stürmer Mayrleb war weit außer Reichweite. Mit dem Wissen des Rückstands von Titelkonkurrent Austria spielte der GAK auch nach dem Wechsel mit breiter Brust und suchte sein Heil in der Offensive.

Goossens und Kollmann (jeweils 58.) sowie Aufhauser (62.) vergaben Großchancen, während auf den Rängen bereits die große, rote Meisterparty startete. Wie aus dem Nichts folgte jedoch der Ausgleich der Gäste: nach Flanke von Kiesenebner von der linken Seite versenkte Kovacevic das Leder per Kopf zum 1:1 (71.).

Plötzlich begann in den GAK-Reihen doch noch das große Nervenflattern, Datoru hatte sogar die Chance auf das 2:1, doch GAK-Keeper Almer parierte (75.). Schachner wirkte mit dem größten Erfolg seiner Trainerkarriere vor Augen immer wieder beruhigend von außen ein - mit Erfolg, denn beide Teams spielten das Remis ohne weitere Aufregungen über die Zeit.

Austria geht in Mattersburg 1:4 unter
Das Match Mattersburg gegen Austria vor 14.700 Zuschauern im fast ausverkauften Pappel-Stadion begann mit einem Knalleffekt, denn nach nur 27 Sekunden stellte Zoltan Fülöp auf 1:0 für die Gastgeber, die heuer bisher weder in Meisterschaft noch im Cup, also in insgesamt vier Spielen, einen Treffer gegen die Violetten erzielt hatten: Nach einem weiten Einwurf verlängerte Köszegi per Kopf in den Strafraum auf den ungarischen Stürmer, der sich gegen Afolabi, Torhüter Didulica sowie den hineinrutschenden Ratajczyk durchsetzte und den Ball ins lange Eck spitzelte.

Nach diesem Blitztor herrschte in der Abwehr der Austria große Verunsicherung, die sich durch das frühe Out von Ratajczyk, der sich bei seinem missglückten Rettungsversuch beim Gegentreffer verletzte, noch zusätzlich verschärfte. Zwar verzeichnete die Austria in der elften Minute nach einem scharfen Freistoß von Ivica Vastic einen Stangenschuss, doch die Mattersburger nutzten ihren ersten Corner zum 2:0: Nach dem Eckball von Kapitän und Spielmacher Kühbauer stieg der von Afolabi sowie dem eingewechselten Akoto, die erneut schlimm patzten, sträflich vernachlässigte Dalibor Dragic hoch und köpfelte den Ball zwischen den sich auf der Linie gegenseitig behindernden Blanchard und Didulica ins Netz (19.).

Diesmal schlug die Austria aber fast postwendend zurück, denn schon zwei Minuten später verkürzte Radoslav Gilewicz nach Vorarbeit von Janocko und im zweiten Versuch, nachdem ihm das "Leder" vom im Strafraum fallenden Helstad zum Abstauber erneut "serviert" wurde, auf 1:2 (21.). Eine Viertelstunde nach seinem 13. Saisontor hatte "Radogoal" dann nach einer herrlichen Janocko-Flanke Pech, denn sein Kopfball-Aufsetzer landete nur an der Stange (36.).

Im Gegenzug traf Fülöp Troyansky im Strafraum am Arm, doch Schiedsrichter Gerald Lehner entschied nicht auf Handelfer. Die letzte große Chance vor der Pause hatte wieder Fülöp nach einem Kühbauer-Freistoß, aber diesmal zeichnete sich Didulica, der den Ball über die Latte drehte, aus.

Nach dem Wechsel verlegten sich die Mattersburger aufs Kontern - mit Erfolg, denn in der 59. Minute fiel mit dem 3:1 die Vorentscheidung: Mandreko nahm Vastic den Ball ab, stürmte unbedrängt über das halbe Spielfeld und legte per Querpass ideal für Anton Köszegi auf, der Didulica keine Chance ließ und eiskalt ins lange Eck schoss.

Die Austria reagierte zwar sofort und brachte mit Dundee und Kitzbichler zwei frische Offensivkräfte, trotzdem kam aber nicht einmal der Hauch von so etwas wie einer Schlussoffensive der Wiener auf. Und so vergrößerte sich die Schmach für den entthronen Meister noch, denn in der 82. Minute musste der Triple-Gewinner des Vorjahres (Bundesliga, Cup und Supercup) das 1:4 zur Kenntnis nehmen. Der überragende Fülöp ließ Dospel per Haken aussteigen und spielte ideal für Köszegi auf, der mit seinem vierten Saisontor den Endstand fixierte.(apa/red)

14.5.2004 14:50