Donnerstag, 13. Mai 2004

FC Bayern: Beckenbauer spricht erstmals von möglicher Hitzfeld-Trennung

  • Bayern warten ab wie sich Stuttgarts Magath entscheidet
  • Entscheidung laut Beckenbauer "in zwei Wochen"

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hat erstmals über eine mögliche Trennung von Erfolgs-Trainer Ottmar Hitzfeld zum Saisonende gesprochen. "Ottmar war ein Glücksfall für den FC Bayern. Aber es kommt irgendwann einmal der Punkt, an dem man vielleicht nicht mehr in der Lage ist, die Mannschaft zu motivieren", sagte der "Kaiser".

Zugleich machte er im Premiere-Interview die weitere Entwicklung davon abhängig, wie sich Wunsch-Kandidat Felix Magath, der noch bis 2005 einen Vertrag mit dem VfB Stuttgart hat, verhält: "Wir warten ab, wie Felix Magath sich entscheidet." Am Samstag treffen die Bayern im Süd-Gipfel auswärts auf Stuttgart.

Während zuletzt alle Beteiligten in der bayerisch-schwäbischen Trainerfrage äußerst zurückhaltend waren, machte Beckenbauer die Bemühungen zunichte. "In zwei Wochen werden wir eine Entscheidung treffen", kündigte er an. In München herrsche derzeit eine ähnliche Situation wie 1997 in Dortmund, als Hitzfeld die Champions League gewann, glaubt Beckenbauer. "Und dann schon in dem Jahr feststellen konnte, dass man sich gegenseitig ein bisschen aufgebraucht hatte." Trotzdem schloss er auch eine weitere Zusammenarbeit nicht aus.

Beim VfB zog Magath vor dem letzten Heimspiel der Saison Bilanz, was teilweise schon nach einer Abschiedsrede klang. "Mir war alles zu negativ, was in den letzten Tagen hier an Stimmung herrschte", sagte der 50-Jährige und betonte: "Man darf nicht vergessen, dass wir Herausragendes geleistet haben." Nur weil der VfB nach zehn Spielen wieder einmal verloren hat, "ist alles niedergemacht worden".

Magath: "Bin ein Mann, der seine Verträge einhält"
Dass Präsident Erwin Staudt und Aufsichtsratschef Dieter Hundt mit Schachner verhandelt haben, ließ Magath zumindest nach außen hin kalt. "Mich interessiert es nicht, mit wem der Vorstand zu Mittag oder zu Abend isst oder Golf spielt." Der Teammanager verwies erneut auf seinen bis 2005 laufenden Vertrag: "Ich bin ein Mann, der seine Verträge einhält. Darauf bin ich stolz."

Ein klares Bekenntnis zum schwäbischen Vorzeige-Klub ließ Magath aber vermissen. "Ich denke nicht daran, mich zu irgendeiner Vertrags- Situation zu äußern", sagte er und ließ die Frage nach einer Ausstiegsklausel unbeantwortet. Er wolle sich "nicht zwingen lassen", zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Nach Angaben von Philipp Lahm hat die Diskussion keine Auswirkungen auf die Mannschaft. Sein Nationalteamkollege Kevin Kuranyi meinte: "Der Trainer hat es verdient, bei einem großen Verein zu arbeiten, warum sollte er es nicht machen."


(apa/red)

13.5.2004 16:02