Donnerstag, 13. Mai 2004

Rogan und Jukic auf Erfolgswelle: Beide peilen in Madrid weitere Medaillen an

  • Rogan, Jukic Freitag auf Paradestrecken im Einsatz

Österreichs Schwimmer schlagen hohe Wellen: Nach Gold für Markus Rogan über 200m Lagen bemühte sich die internationale Presse um ein Interview mit dem Wiener. Auf den Start über 200-m-Kraul verzichtete der Student übringes zugunsten einer Studien-Arbeit über die Madrider Terror-Anschläge vom 11. März.

Die Vorläufe und Semifinali in diesen beiden Bewerben finden am Freitag statt, die Finali am Samstag. Jukic machte zwar im Endlauf über 100 m keinen ganz stabilen Eindruck, auf den 200 Metern kann das aber ganz anders aussehen. "Die 100 Meter sind immer ein Glücksspiel, auf 200 Metern ist das eine ganz andere Welt. Da spielt eine ganz andere Musik", erklärte die Titelverteidigerin. Positiv stimmt sie auch, dass sie die Medaille trotz Kälte und Regens geholt hatte: "Ich hatte ja keine Möglichkeit, unter diesen Bedingungen zu trainieren."

Die gute Nachricht für die dreifache Europameisterin ist die Wetterprognose, denn gegen Ende der Woche soll es in der spanischen Hauptstadt zusehends wärmer werden. "Bis jetzt war es schon ziemlich kalt draußen", sagte Jukic, mit ihrem Trainer-Vater Zeljko sonst bei jeder Möglichkeit beim Training im Freien. Der Coach schätzt ein Quartett als härteste Konkurrentinnen um die Medaillen ein: "Man muss auf Bogomazowa, Boggiatto, Kormatschewa und natürlich Kovacs aufpassen. Die ist sicher stärker als über 100 Meter".

Konkurrenten zollen Rogan Respekt
Rogan werden seine Konkurrenten schon im Vorlauf Respekt entgegenbringen, denn im Lagen-Finale hat er seine Gegner zermürbt. Trainer Robert Michlmayr hatte diese Taktik ausgegeben. "Markus sollte vor allem Boggiatto auf den ersten 100 Metern etwas vorlegen. Dass der dann schon so weit hinten war (Anm.: 2,44 Sekunden), hat ihn aus dem Konzept gebracht", meinte der Coach. Auf der finalen Kraul-Länge war Rogan schließlich exakt gleich schnell wie Jani Sievinen und nur 53/100 langsamer als Alessio Boggiatto und Massimiliano Rosolino.

Rosolino ist nicht nur 200-m-Lagen-Olympiasieger 2000, sondern wurde u.a. im selben Jahr vor Pieter van den Hoogenband Europameister über 200 m Kraul. Nur logisch, dass der Italiener auch vor Rogans Kraul-Leistung symbolisch den Hut zog: "Markus hat den Sieg verdient, er ist ein großer Champion", sparte er nicht mit Lob. Der Dank des Österreichers kam postwendend. "Bei Olympia werde ich die 200 Lagen höchstwahrscheinlich nicht schwimmen. Aber nur, weil ich weiß, dass Massimiliano dann viel besser ist als hier", sagte er schmunzelnd.

Der wahre Grund für Rogans Lagen-Verzicht in Athen ist freilich die zeitliche Nähe zum 200-m-Rücken-Bewerb. Bei Titelkämpfen nach Olympia will der Kurzbahn-Europarekordler über die lange Rücken-Distanz aber von Mal zu Mal über sein Wettkampf-Programm entscheiden. "Das wird ganz auf den Zeitplan ankommen. Das Schöne an den Lagen ist ja, dass da auch Rücken dabei ist", meinte er augenzwinkernd. Wie sehr er sich im Rücken-Stil wohl fühlt, kann das VÖS-Ass ab Freitag beweisen, wenn er auf sein nächstes Gold losgeht.
(apa/red)

13.5.2004 15:00