Irakischer Innenminister: US-Truppen sollen auch nach 30. Juni bleiben!
- Irakische Sicherheitskräfte seien unzuverlässig
- PLUS: USA diskutieren über Truppenabzug
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Die US-Armee sollte auch nach der für den 30. Juni geplanten Machtübergabe an eine Übergangsregierung im Irak bleiben und dort für Sicherheit sorgen. Die neuen irakischen Sicherheitskräfte seien noch so schwach und unzuverlässig, dass sie danach die Sicherheit im Land garantieren könnten, sagte der irakische Innenminister Samir Sumaidy der Nachrichtenagentur Reuters. US-Außenminister Colin Powell äußerte am Sonntag die Erwartung, dass die Übergangsregierung die US-Streitkräfte zum Bleiben auffordern werde.
"Es darf nicht zu einer Situation kommen, in der wir bei jeder Sicherheitsbedrohung erst politische und bürokratische Instanzen durchlaufen müssen, um eine Genehmigung zu bekommen", sagte Sumaidy. Den US-Truppen solle es erlaubt sein, jederzeit ohne solche Genehmigungen handeln zu können. Zwar solle die Interimsregierung für die Grundausrichtung der Operationen zuständig sein, doch solle den Besatzungstruppen in einem Sicherheitsabkommen freie Hand gegeben werden, das zu tun, was sie für richtig hielten. Skeptisch äußerte sich der Minister zum Vorschlag Italiens, der Übergangsregierung ein Vetorecht einzuräumen. "Wenn wir das hätten, laufen wir Gefahr, dass sie ... sagen, 'tut uns Leid, so können wir es nicht machen. Wenn ihr uns die Hände bindet, können wir eure Sicherheit nicht gewährleisten'."
Powell sagte dem US-Sender NBC, die USA wollten nicht einen Tag länger als nötig im Irak bleiben. Aber "sie brauchen unsere Truppen dort noch für eine beträchtliche Zeit." Wenn die Übergangsregierung jedoch einen Abzug der US-Truppen verlange, würden diese gehen, hatte Powell zuvor gesagt. Gleichzeitig schloss er einen solchen Fall aber als unwahrscheinlich aus. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Übergangsregierung uns willkommen heißt." (apa)
