Einstweilige Verfügung in Israel: Oberstes Gericht verbietet Hauszerstörungen!
- Nur noch bei Kampfhandlungen erlaubt
Das Oberste Gericht in Israel hat der Armee per einstweiliger Verfügung die Zerstörung von Häusern in der Stadt Rafah im Gazastreifen vorerst untersagt. Ausnahmen seien nur zulässig, wenn Häuser im Verlauf von Kampfhandlungen demoliert würden, berichteten israelische Medien am Samstag. Bewohner von Rafah hatten Einspruch gegen die Zerstörungen durch das israelische Militär eingelegt, über den das Gericht in Jerusalem an diesem Sonntag beraten will.
Die israelische Armee muss nun beweisen, dass die Zerstörung von Dutzenden von Häusern in Rafah Teil des Kampfes gegen militante Palästinenser war, die sich nach Angaben Israels in den Häusern verschanzt und von dort aus geschossen hatten. Die Palästinenser werfen Israel dagegen vor, die Zerstörung der Häuser sei Teil eines Plans, die Pufferzone zwischen der Stadt und der Grenze zu Ägypten auszuweiten.
Der stellvertretende Direktor des UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Christer Nordahl, hatte Israel scharf wegen der Aktion in Rafah kritisiert. Nach seinen Angaben wurden von Mittwochabend bis Samstag in der Früh 88 Häuser zerstört und mehr als 1.000 Menschen obdachlos gemacht. Weitere 18 Gebäude seien beschädigt worden. (apa)
