US-Armee reagiert auf Folter-Skandal:
"Harte" Verhörmethoden werden verboten!
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Ein 47-jähriger Iraker ist nach Informationen des Fernsehmagazins "Spiegel-TV" in amerikanischer Haft zu Tode gefoltert worden. Das Magazin berichtete von Zeugenaussagen und Dokumenten. Freigelassene aus dem Abu-Ghraib-Gefängnis haben zudem schwere Vorwürfe gegen ihre US-Bewacher erhoben. Als Reaktion auf die Vorwürfe hat das US-Militär harte Verhörmethoden in irakischen Gefängnissen untersagt.
Zu den untersagten Verhörmethoden gehörten auch Schlafentzug, verlautete am Freitag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums. Außerdem dürften Gefangene nicht mehr gezwungen werden, in anstrengenden Körperhaltungen auszuharren. Diese Methoden seien zuvor von der militärischen Führung im Irak genehmigt worden, hieß es weiter. Jetzt würden sie komplett untersagt.
Stammesältester zu Tode gefoltert
Asad Abdul Kareem Abdul Jaleel, ein angesehener Stammesältester, ist laut "Spiegel-TV" von US-Soldaten in der Militärbasis El Asad gefoltert und getötet worden. Ein Mitgefangener beschrieb dem "Spiegel" detailliert, wie der Mann nach seiner Festnahme fünf Tage lang auf sadistischste Weise misshandelt und dabei von US-Soldaten fotografiert worden sei. Am 9. Jänner sei der Gefangene gestorben. Ein irakischer Gerichtsmediziner bestätigte laut "Spiegel-TV" in Bagdad, er habe eindeutig Foltersupuren am Körper des Verstorbenen diagnostiziert. Mehrere der 315 aus der Haft im US-Gefängnis Abu Ghraib Entlassenen sagten, Folter und Misshandlungen seien keine Einzelfälle.
Gefälschte Bilder: "Daily Mirror" entschuldigt sich
Die britische Zeitung "Daily Mirror" hat sich unterdessen für die gefälschten Bilder über die angebliche Misshandlung irakischer Gefangener durch britische Soldaten entschuldigt. Der Chefredakteur Piers Morgan trat "mit sofortiger Wirkung" zurück, teilte die Verlagsgruppe Trinity Mirror mit.
Britischer Soldat packt aus
Ein britischer Reservesoldat hat in einem Fernsehinterview am Freitag über Misshandlungen von irakischen Gefangenen berichtet. Britische Soldaten hätten Iraker "aus Spaß" geschlagen und getreten, sagte der Mann dem Fernsehsender ITV.
Manche der Gefangenen seien für Stunden in Sandsäcke gesteckt worden: "Und dann wurden sie mit Wasser überschüttet. Ich weiß, dass einige von ihnen Schwierigkeiten hatten zu atmen."
Die Misshandlungen seien keinem System gefolgt, doch seien sie häufig gewesen, sagte der Soldat. Schuld sei die fehlende Aufsicht gewesen. Er sei sicher, dass die höhergeordneten Offiziere die Misshandlungen nicht gebilligt hätten, doch sei eine Kontrolle aller Soldaten nur schwer möglich.
(apa/red)
