Freitag, 14. Mai 2004

Schlag gegen El Kaida in Spanien: Fünf mutmaßliche Mitglieder gefasst!

  • Beteiligung an Anschlägen vom 11. September 2001?
  • Spuren führen nach Deutschland und Großbritannien

Zwei Monate nach den Bombenanschlägen mit 191 Toten in Madrid hat die spanische Polizei fünf mutmaßliche Mitglieder einer Terrorzelle des Netzwerks El Kaida gefasst. Sie sollen in Spanien islamische Extremisten für den Kampf gegen die Besatzungstruppen im Irak rekrutiert und ihnen gefälschte Ausweispapiere besorgt haben, wie der Rundfunk am Freitag berichtete.

Zudem stünden die Verdächtigen - ein Spanier und vier Algerier - im Verdacht, in die Attentate des 11. September 2001 in den USA verwickelt gewesen zu sein. Eine Verbindung zu dem Blutbad des 11. März dieses Jahres in Madrid wurde dagegen weitgehend ausgeschlossen.

Die Verdächtigen seien der Polizei in Madrid, Barcelona und Bilbao ins Netz gegangen. Im Zusammenhang mit den Anschlägen in der spanischen Hauptstadt sind bisher fast 40 Menschen festgenommen worden, von denen zwölf in Untersuchungshaft sitzen. Für das Massaker wird eine zu El Kaida zählende Terrorgruppe verantwortlich gemacht.

Die Polizei sei dem Spanier und den vier Algeriern auch dank abgehörter Telefonate nach Deutschland und Großbritannien auf die Spur gekommen, wo sie ebenfalls "Gotteskämpfer" rekrutieren wollten. Es handle sich um eine "Infrastrukturzelle". Bei der Polizeiaktion hätten die Beamten auch mehrere Wohnungen durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Die Festnahmen standen nach Angaben aus Justizkreisen auch in Zusammenhang mit der Zerschlagung einer El-Kaida-Zelle im November 2001. Diese hatte von Spanien aus die Anschläge des 11. September in den USA mit vorbereitet und unter anderem das genaue Datum für das Blutbad festgelegt. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe, der Syrer mit spanischem Pass Imad Eddin Barakat Yarkas alias "Abu Dahdah", sitzt seitdem in Madrid in Haft.

(apa/red)

14.5.2004 13:02