Freitag, 14. Mai 2004

Abu-Ghraib-Gefängnis: USA wollen insgesamt 315 Häftlinge freilassen

  • Bis 15. Juni sollen maximal 2.000 Häftlinge übrig bleiben
  • Miller: "Zuständigkeiten vollständig umstrukturiert"

Nach den Enthüllungen über die Misshandlung irakischer Gefangener durch US-Soldaten hat die Armee am Freitag mit der Freilassung einer ersten Gruppe von 315 Häftlingen aus dem berüchtigten Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad begonnen. Der für die Gefängnisse im Irak zuständige Geoffrey Miller hatte am Donnerstag versichert, die Haftanstalt sei mittlerweile vollständig "umstrukturiert" worden.

Die Verhörspezialisten des Militärgeheimdienstes hätten einen eigenen Trakt, der vom Bereich der Militärpolizei getrennt sei, sagte Miller. Damit sollten Zuständigkeiten klar abgesteckt werden.

Miller, der frühere Leiter des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba, teilte mit, dass die Zahl der Insassen von rund 3800 bis zum 15. Juni auf maximal 2000 gesenkt werden solle. Im Jänner waren in Abu Ghraib noch 7800 Menschen inhaftiert gewesen.

(apa)

14.5.2004 08:38