Donnerstag, 13. Mai 2004

Londoner Regierung zu Folter-Bildern: Misshandlungsfotos nicht aus dem Irak!

  • "Daily Mirror" weist Vorwurf der Manipulation zurück
  • BILDER: "Rache" für gefolterte Iraker - Geisel geköpft!

Bei den in Großbritannien veröffentlichten Fotos von Gefangenenmisshandlungen im Irak handelt es sich nach Angaben der britischen Regierung um Fälschungen. Die Aufnahmen, auf denen britische Soldaten einen irakischen Häftling misshandeln sollen, seien "definitiv nicht im Irak gemacht" worden, sagte der für die Streitkräfte zuständige Staatsminister Adam Ingram am Donnerstag vor dem Unterhaus des Londoner Parlaments. Der auf den Bildern dargestellte Lastwagen sei nie im Irak gewesen.

Die Zeitung "Daily Mirror", die die Fotos am 1. Mai veröffentlichte, wies dagegen den Vorwurf der Manipulation zurück. Die Regierung habe nicht bewiesen, dass die Bilder gefälscht seien, hieß es in einer Erklärung von Chefredakteur Piers Morgan. Die Bilder "illustrieren genau die Realität über das schreckliche Verhalten einiger britischer Soldaten".

Nach Aussage Ingrams werden die im "Daily Mirror" veröffentlichten Aufnahmen weiter untersucht. Möglicherweise würden rechtliche Schritte gegen Beteiligte eingeleitet. Während der Ermittlungen der britischen Militärpolizei würden keine Details zu den Beweisen veröffentlicht. Ingram rief den Chefredakteur auf, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Die Zeitung hatte angegeben, die Bilder von Angehörigen des Queen's Lancashire Regiments bekommen zu haben. Nach Aussage der Soldaten soll der Gefangene acht Stunden lang gefoltert worden und schließlich aus einem fahrenden Auto geworfen worden sein. Es sei unklar, ob er überlebt habe. (apa/red)

13.5.2004 16:58