Neue Vorwürfe: US-Soldaten misshandeln afghanische Gefangene systematisch
- Geheimdienste durch aktuellen Bericht schwer belastet
- Misshandlungen finden auch in Guantanamo statt
·Missbrauch auch
in Afghanistan?
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Folter der Gefangenen sollte sich "auszahlen"
US-Soldaten misshandeln nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) afghanische Gefangene seit mehr als einem Jahr systematisch. Wie die Organisation in London mitteilte, handelt es sich bei den Folterungen auch durch Angehörige amerikanischer Geheimdienste keinesfalls um Einzelfälle. "Afghanen haben uns seit gut einem Jahr von Misshandlungen in US-Gewahrsam berichtet", sagte der bei Human Rights Watch für Afghanistan verantwortliche Jon Sifton.
Nach schweren Misshandlungsvorwürfen eines früheren afghanischen Gefangenen haben die US-Streitkräfte in Afghanistan eine Untersuchung einleiten lassen. Bereits im März hatte die Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch US-Soldaten in Afghanistan vorgeworfen, Gefangene gefoltert zu haben. AIHRC liegen nach eigenen Angaben 43 Beschwerden über Misshandlungen vor. Die USA haben derzeit nach offiziellen Angaben über 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Einige der berüchtigtsten Folterer wie der Usbeken-General Abdul Rashid Dostum sitzen in der von den USA gestützten Kabuler Übergangsregierung von Präsident Hamid Karzai.
Misshandlungen auch in Guantanamo
Im US-Gefangenenlager in Guantanamo auf Kuba ist ein australischer Terrorverdächtiger nach Darstellung seines Anwalts von Soldaten misshandelt worden. Was man seinem Mandaten David Hicks angetan habe, sei "jenseits der Stress- und Nötigungsmaßnahmen", die bei Verhören angewandt würden, sagte Anwalt Stephen Kenny.
"Wie diese Dinge ausgeführt wurden, zeigt mir deutlich, dass es sich nicht um Exzesse Einzelner handelt." Nähere Einzelheiten nannte Kenny nicht. Hicks war vor zwei Jahren in Afghanistan von US-Soldaten festgenommen worden, weil er dort mit Al-Kaida-Kämpfern trainiert haben soll. Nach seiner Verhaftung wurde er nach Kuba gebracht. (apa/red)
