Mittwoch, 12. Mai 2004

Tschetschenien: Kadyrow-Sohn soll Nachfolge als Präsident antreten

  • 27-Jähriger hat Mindestalter aber noch nicht erreicht
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Tschetschenien könnte schon bald den jüngsten Präsidenten der Geschichte bekommen. Nach Meinung von Kreml-Berater Aslambek Aslachanow soll nämlich Ramsan Kadyrow, Sohn des in Grosny ermordeten Aslan Kadyrow, seinen Vater beerben. Interims-Regierungschef Sergej Abramow habe nur "wenig Erfahrung", er und die tschetschenischen Minister würden Ramsan Kadyrows Autorität anerkennen, da er "eine unabhängige Figur" sei.

Aslachanow sagte weiter, der 27-jährige Kadyrow könne seinem Vater noch nicht formell als Präsident nachfolgen, da die tschetschenische Verfassung dafür ein Mindestalter von 30 Jahren vorschreibe. Ein Referendum zu einer möglichen Verfassungsänderung sei nicht geplant. Aslachanow betonte, er selbst habe keine Ambitionen, bei der für den 5. September geplanten Präsidentschaftswahl anzutreten. Dennoch schließe er dies nicht aus, wenn "das tschetschenische Volk darauf besteht".

Aslachanow war bei der von Moskau gesteuerten tschetschenischen Präsidentenwahl Kim Oktober vergangenen Jahres gegen Kadyrow angetreten. Er zog seine Kandidatur zurück, als er zum Kreml-Berater für den Süden Russlands ernannt wurde.
(apa/red)

12.5.2004 16:41