Folter und kein Ende: USA untersuchen Missbrauchsvorwürfe in Afghanistan
- New York Times: Polizist sexuell erniedrigt & gepeinigt
- Erster konkreter Fall, der aus Afghanistan bekannt ist
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Vernichtendes Urteil von Generalmajor Taguba
Nach öffentlichen Missbrauchsvorwürfen eines afghanischen Ex-Gefangenen haben die US-Streitkräfte Ermittlungen einleiten lassen. Die Vorwürfe stammten von einem afghanischen Polizisten, der im Sommer 2003 auf dem Militärstützpunkt Gardez inhaftiert war, erklärte die US-Botschaft in Kabul. Die USA reagieren mit der Untersuchung auf einen Bericht der "New York Times", wonach der Häftling ausgezogen, geschlagen und dabei fotografiert wurde. Die Zeitung zitierte den Polizisten auch mit dem Vorwurf, er sei sexuell missbraucht und mit Schlafentzug gepeinigt worden.
Die Vorwürfe seien der US-Botschaft und US-Kommandanten in Afghanistan erst durch den Zeitungsbericht bekannt geworden, teilte US-Botschafter Zalmay Khalilzad mit. "Die Existenz von Fotos von dem angeblichen Vorfall ist uns nicht bekannt", erklärte er. Khalilzad betonte, es würden "angemessene Maßnahmen" getroffen, sollten sich die Vorwürfe als berechtigt erweisen.
Der Polizist berichtete der "New York Times" von Demütigungen in drei Gefangenenlagern. Er sei im Juli unrechtmäßig festgenommen worden, nachdem er von Korruptionsfällen innerhalb der Polizei berichtet habe, zitierte die Zeitung den 47-Jährigen. Er sei dann beschuldigt worden, Mitglied der Taliban zu sein und in Gardez, Kandahar und Bagram rund 40 Tage lang festgehalten worden. Die schlimmsten Misshandlungen habe er in Gardez erlitten.
Es handelt sich um den ersten konkreten Fall, der aus Afghanistan bekannt wurde. Bereits vor einer Woche hatten die US-Streitkräfte mitgeteilt, dass zwölf Todesfälle und zehn Fälle von Misshandlungen von Gefangenen im Irak und Afghanistan untersucht würden.
Erst vor kurzem hatte der Kommandant der US-Truppen in Afghanistan, General David Barno, nach Missbrauchsvorwürfen von "wesentlichen Veränderungen" im Umgang mit Gefangenen berichtet. Die Streitkräfte hätten Probleme in den Provinzen untersucht und entschieden, Verdächtige schneller in die größte Haftanstalt nach Bagram zu bringen. Die USA haben derzeit nach offiziellen Angaben über 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. (apa/red)
