USA: Fernsehsender CBS zeigt neue Videos! Senat hält Bilder unter Verschluss
- US-Soldatin: Anweisungen zu Folter kamen von oben!
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Der US-Fernsehsender CBS zeigt in der Nacht auf Donnerstag von US-Soldaten aufgenommene Videoaufnahmen aus Gefangenenlagern im Irak zeigen. Unterdessen bekommt der US-Senat neue Fotos vorgelegt, will diese aber unter Verschluss halten. Weiters hat die der Misshandlung von Häftlingen im Irak beschuldigte US-Soldatin Lynndie England nach eigener Darstellung auf Anweisung ihrer Vorgesetzten gehandelt.
Das Video belege chaotische Zustände im Gefängnis von Abu Ghraib und in Camp Bucca im Südirak. Die Soldaten seien mit den Tausenden von Gefangenen völlig überfordert gewesen. Ständig habe es Ausbruchsversuche und Aufstände gegeben, doch die höheren Befehlshaber hätten die Zustände nach Angaben der Soldaten ignoriert.
Neue Aufnahmen für US-Senat
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit können die Mitglieder des US-Senats weitere Fotos und Videos von Misshandlungen irakischer Gefangener sehen. Das Bildmaterial werde den Abgeordneten für drei Stunden vom Verteidigungsministerium bereitgestellt, sagte der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Senator John Warner in Washington. Die Bilder und Videos blieben rechtlich in der Verfügungsgewalt des Pentagons. Kopien dürften nicht gemacht werden.
Der US-Senders CNN berichtete unter Berufung auf Regierungsquellen es gebe noch 200 bis 300 weitere Fotos und Videoclips, die Misshandlungen durch US-Soldaten zeigten. Nach der Hinrichtung eines US-Bürgers im Irak durch Islamisten werde befürchtet, dass eine Veröffentlichung neuer Bilder von Misshandlungen weitere Übergriffe auf Amerikaner zur Folge haben könnte.
Anweisungen zu Misshandlungen kamen von oben
Die der Misshandlung von Häftlingen im Irak beschuldigte US-Soldatin Lynndie England hat unterdessen nach eigener Darstellung auf Anweisung ihrer Vorgesetzten gehandelt. Auf in Medien veröffentlichten Fotos ist die Gefreite unter anderem zu sehen, wie sie im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad lachend eine Leine hält, die um den Hals eines am Boden liegenden Häftlings geschlungen ist.
"Ich wurde von ranghöheren Personen angewiesen, dort zu stehen und die Leine zu halten, und sie haben das Foto gemacht, das ist alles, was ich weiß", sagte die in Fort Bragg in den USA inhaftierte England am Dienstag dem Fernsehsender KCNC in Denver. Auf einigen Misshandlungsfotos ist England auch lächelnd mit einer Zigarette im Mund zu sehen.
Die Offiziere hätten ihr und ihren Kameraden gesagt, dass sich die Demütigungen der Häftlinge auszahlen würden, sagte England. "Von unserer Warte aus haben wir unsere Arbeit getan, was bedeutet, dass wir getan haben, was von uns verlangt wurde und das Ergebnis war das, was sie wollten." Die Bilder seien im Oktober aufgenommen worden. Auf die Frage, wie sie sich gefühlt habe, neben dem nackten Mann zu stehen, antwortete England: "Ich habe gedacht, dass es etwas seltsam war". Es gebe auch Bilder, die eine noch schlimmere Behandlung der Gefangenen zeigten. Nähere Angabe machte England dazu auf Anraten ihres Anwalts jedoch nicht. (apa/red)
