US-Zivilist im Irak geköpft: Familie des Opfers gibt der US-Regierung die Schuld!
- Die Bilder: Die Killer, das Opfer, die trauernde Familie
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Todesurteil: Geköpft! Ein entführter Amerikaner wurde vor laufender Kamera ermordet - die grausame Rache der Geiselnehmer für die Misshandlung irakischer Kriegsgefangenener! Die USA sind entsetzt über die Bluttat und ihre Schaustellung im Internet. Die USA kündigte die unnachgiebige Verfolgung der Täter an, die Familie gibt der Regierung die Schuld am Tod des Zivilisten.
Damit bestätige sich die Sorge, dass die Misshandlung von Häftlingen in amerikanischer Haft zu Racheakten führen könnte. Mitglieder einer extremistischen Gruppe bezeichneten die Enthauptung als Vergeltung für die Misshandlung gefangener Iraker.
Eine der El Kaida nahe stehende Gruppe im Irak hatte den Zivilisten geköpft und als Rache für Gefangenenmisshandlungen im Irak mit weiteren Morden gedroht. Die Enthauptung des 26-jährigen Amerikaners Nick Berg nahmen die Mörder auf Video auf. Die Aufnahme der "Hinrichtung", vom jordanischen El-Kaida-Extremisten Abu Musab al Sarkawi persönlich ausgeführt, wurde von der radikal-islamischen Organisation Muntada el Ansar auf deren Internetseite veröffentlicht. Die Leiche des Amerikaners wurde nach Angaben des US-Außenministeriums in Bagdad gefunden. Der Tote war noch gefesselt.
Schreckliche Enthauptung wurde gefilmt
Auf der in schlechter Bild-Qualität aufgenommenen Aufzeichnung ist das Opfer in einem orangenfarbenen Overall zu sehen, ähnlich den Anzügen, die die El-Kaida-Gefangenen im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba tragen. Der Mann sitzt gefesselt auf einem weißen Plastikstuhl in einem kahlen Raum. Danach wird er auf dem Boden kauernd gezeigt, mit fünf maskierten Gestalten drohend hinter sich. Das Opfer musste sich selbst vorstellen. "Mein Name ist Nick Berg, der Name meines Vaters ist Michael ... Ich habe einen Bruder und eine Schwester, David und Sarah," sagte der Gefesselte vor seiner Enthauptung. Und er stamme aus Philadelphia.
Nachdem einer der Maskierten eine Erklärung verlesen hatte, stießen die Täter ihr Opfer zu Boden, und während sie seine Schreie mit dem Ausruf "Gott ist groß" übertönten, hieb einer der Vermummten den Kopf des Opfers mit einem großen Messer ab und hielt ihn vor laufender Kamera in die Höhe. Der Internetseite zufolge handelte es sich dabei um Sarkawi, dessen Namen auch unter der mit dem Datum 11. Mai veröffentlichten Erklärung stand. In der Erklärung heißt es zudem, die Gruppe habe einen Austausch Bergs gegen irakische Gefangene angeboten. Die US-Armee habe dies aber abgelehnt.
Familie gibt der US-Regierung die Schuld
Berg wurde bereits seit Wochen vermisst. Er hatte sich zuletzt am 9. April bei seiner Familie gemeldet und gesagt, er sei auf der Suche nach einem sicheren Weg nach Hause. Ihren Angaben zufolge hatte er im Irak als unabhängiger Kommunikationsexperte Arbeit zu finden versucht.
"Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei der Familie" des Opfers, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Diese warf den US-Streitkräften und der Regierung von Präsident George W. Bush jedoch vor, eine Mitschuld am Tod des 26-jährigen Nick Berg zu tragen. Dessen Vater Michael Berg sagte, sein Sohn hätte längst wieder in den USA sein können, wenn er nicht an einer Kontrollstelle in Mossul von irakischen Polizisten festgenommen und dann 13 Tage in US-Gewahrsam gewesen wäre. Erst nach einer Klage der Familie vor einem Gericht in Pennsylvania wurde Berg am 6. April freigelassen.
Zuletzt hörte die Familie am 9. April von ihrem Sohn, der als Geschäftsmann im Irak war und dort Antennenanlagen reparierte. Nick Berg sagte damals, er werde über Jordanien in die USA zurückkehren. Am vergangenen Samstag wurde seine enthauptete Leiche an einer Landstraße bei Bagdad gefunden. Die Familie war bereits davon unterrichtet, als am Dienstag Bilder von der Enthauptung auf einer Web-Site islamischer Extremisten gezeigt wurden. Für den Tod soll eine Gruppe verantwortlich sein, die dem Terrornetz El Kaida nahe steht.
Opfer hatte nichts mit der Armee zu tun
Ein Vertreter des US-Außenministeriums sagte, Berg habe in keiner Beziehung zur US-Armee oder zum Verteidigungsministerium gestanden: "Er war amerikanischer Privatmann, der vertraglich nichts mit dem Militär zu tun hatte." Die Leiche, der der Kopf fehlte und deren Hände auf dem Rücken gefesselt waren, wurde US-Angaben zufolge von einer Patrouille am Straßenrand gefunden.
Führungsperson der El Kaida als Scharfrichter?
Sarkawi hat mehrfach die Internetseite der Muntada el Ansar benutzt, um Bekenntnisse zu Anschlägen oder Drohungen zu veröffentlichen. Der 37-Jährige stammt aus Jordanien und gilt als die aktivste Führungsperson der El Kaida im Irak und in den benachbarten Ländern. Die USA gehen davon aus, dass er sich im Irak aufhält.
Sie machen ihn für zahlreiche Anschläge verantwortlich und haben eine Belohnung von zehn Millionen Dollar (8,47 Mill. Euro) für Hinweise ausgesetzt, die zur Gefangennahme führen. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Ausländer im Irak entführt. Auch die Ermordung einer italienischen Geisel war von einer radikalen Gruppe in einem Video veröffentlicht worden. (apa/red)
