Dienstag, 11. Mai 2004

Die Plage kehrt zurück: Zikaden-Invasion in den USA hat begonnen

  • Alle 17 Jahre legen Insekten öffentliches Leben lahm
  • 15 Bundesstaaten von New York bis Georgia betroffen

In der amerikanischen Hauptstadt Washington hat die gefürchtete Zikaden-Invasion begonnen. Bereits Hunderte von Exemplaren dieser besonderen Insektenart, die nur alle 17 Jahre aus dem Boden kriecht, wurden seit Anfang der Woche gesichtet. "Es hat begonnen, und sie werden bald überall sein", sagte der Insekten-Experte Michael Raupp der "Washington Post".

Betroffen sind 15 Bundesstaaten von New York bis Georgia. In Washington weisen Hunderttausende Löcher im Boden von Gärten, Wiesen und Parks darauf hin, dass die Zikaden auf dem Vormarsch sind. Die Insekten sind nach 17 Jahren Schlummer an die Erdoberfläche gekommen und nehmen jetzt Bäume und Büsche ein. Dort entdecken Spaziergänger etliche leere Raupenhüllen. Die Männchen dürften in den nächsten Tagen damit beginnen, mit lautstarkem Gesang Partnerinnen zu suchen. Wer das schon einmal erlebt hat, spricht von einer Geräuschkulisse wie in einem Hitchcock-Film.

Die Insekten sind ungefährlich und stechen nicht. Um ihre Flugkünste ist es allerdings nicht gut bestellt, deshalb sind Kollisionen vorprogrammiert. Bei der letzten Invasion bewaffneten sich Einwohner mit Tennisschlägern, um die Tiere abwehren zu können. Viele flüchteten allerdings einfach in die Häuser. Veranstaltungen im Freien wurden weitgehend abgesagt.

Die bläulich-schwarzen Weibchen mit den roten Augen legen ihre Eier in der Baumrinde ab. Die daraus entstehenden Larven fallen auf den Boden und graben sich für 17 Jahre ein. Nach der erfolgreichen Fortpflanzung sterben die Zikaden. Mitte Juni dürfte alles vorbei sein.

(apa)

11.5.2004 16:05