Montag, 10. Mai 2004

Widerstand im Irak: Schiitenführer al Sadr ruft zum Kampf gegen die US-Truppen

  • Der Aufstand gegen die Besatzer soll ganz Irak erfassen
  • USA operiert mit gezielten Angriffe gegen die Schiiten

Die Lage im Irak spitzt sich zu. Nach den schweren Kämpfen in der Nacht von Sonntag auf Montag, bei denen 18 Schiiten von US-Soldaten getötet wurden, ruft Schiitenführer Muktada al Sadr zum Widerstand auf. Er will den Aufstand gegen die Besatzer auf das ganze Land ausweiten.

"Wir haben jetzt eine zweite Phase des Widerstandes begonnen, und unsere Geduld mit den Okkupationstruppen ist zu Ende", sagte Sadrs wichtigster Berater Kais al Khazali am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aufstand werde auf den ganzen Irak ausgedehnt, weil die Besatzer ihr Vorgehen verschärft hätten und in den heiligen Städten Kerbala und Najaf zu weit gegangen seien, sagte Khazali und fügte hinzu: "Es wird Vulkanausbrüche geben."

Die von den USA geführten Besatzungstruppen haben zuletzt ihre Angriffe gegen Sadr und dessen "Mahdi-Armee" intensiviert. Die Abriegelung Najafs wurde verstärkt. In Kerbala, Diwaniya und Amara wurden Büros von Sadrs Bewegung zerstört. Nach Angaben der US-Armee wurden in den vergangenen Tagen Dutzende Mitglieder von Sadrs Miliz getötet. Im Bagdader Schiiten-Viertel "Sadr-City" war es am Sonntag zu Gefechten zwischen Anhängern des Geistlichen und US-Soldaten gekommen. Nach US-Angaben wurden bei der "Aktion zur Stabilisierung" mindestens 18 schiitische Partisanen erschossen.(apa/red)

10.5.2004 15:54