Montag, 10. Mai 2004

Djindjic-Mord: Verhandlung gegen mutmaßlichen Drahtzieher vertagt

  • Anwälte von Lukovic setzten Prozesspause durch
  • "Legija" nun am 10. und 11. Juni vor Sondergericht

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Hauptorganisator des Mordes am serbischen Regierungschef Zoran Djindjic, Milorad Lukovic "Legija", ist am Montag um einen Monat vertagt worden. Die Anhörung wird am 10. und 11. Juni vor dem Belgrader Sondergericht zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität stattfinden. Dies entschied der Gerichtssenat nach einem Antrag der Anwälte von Lukovic, die eine 45-tägige Prozesspause zwecks Vorbereitung der Verteidigung beantragt hatten.

Der 36-jährige Lukovic äußerte sich am Montag bei seinem ersten Auftritt vor Gericht nur über seine Personaldaten. Er gab sich als Polizeioberst im Ruhestand aus.

"Legija" hatte sich am 2. Mai völlig überraschend der Polizei vor seiner Villa in Belgrad gestellt. Ihm wird in der Anklage auch eine Verwicklung bei der Ermordung des serbischen Ex-Präsidenten Ivan Stambolic sowie beim gescheiterten Mordangriff auf den damaligen Oppositionsführer und nunmehrigen Außenminister Serbien-Montenegros, Vuk Draskovic, im Jahr 2000 vorgeworfen. Im Zusammenhang mit einigen anderen Straftaten werden gegen Lukovic noch Ermittlungen geführt.

In der Causa Djindjic wurden insgesamt 13 Personen angeklagt. Sieben von ihnen, mehrheitlich Angehörige der Mafia-Gruppe aus dem Belgrader Vorort Zemun, sind noch auf der Flucht.

Djindjic wurde am 12. März 2003 ermordet. Laut Anklage gab der damalige stellvertretende Kommandant der "Roten Barette", Zvezdan Jovanovic "Zveki", die tödlichen Schüsse auf Djindjic ab. Im Laufe des Prozesses vor dem Belgrader Sondergericht, der am 22. Dezember 2003 begonnen hat, haben bisher mehrere Zeugen "Legija" beschuldigt, wesentlich an der Vorbereitung und Durchführung des Mordes an Djindjic beteiligt gewesen zu sein.

(apa)

10.5.2004 07:34