Montag, 10. Mai 2004

Angst nach EU-Erweiterung: 90% fordern mehr Maßnahmen gegen organisierte Banden

  • Polen stellt in der Statistik die meisten Verdächtigen
  • Unternehmer im Osten fürchten sich vor Dieben

70 Prozent der ostösterreichischen Unternehmen sind über die Kriminalitätsentwicklung besorgt und stellen diese in den Zusammenhang mit der vor 10 Tagen erfolgten EU-Erweiterung. An die 90 Prozent halten Maßnahmen gegen Einbruchsdiebstahl und Organisierte Kriminalität für besonders wichtig, für 77 Prozent soll mehr gegen den Ladendiebstahl getan werden.

Dies geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Linzer market-Instituts hervor, die Ende April unter 400 Unternehmen in allen Bundesländern mit Ausnahme Salzburgs, Tirols und Vorarlbergs durchgeführt worden ist. Wirtschaftskammer-Chef Leitl und Innenminister Strasser nahmen die Zahlen zum Anlass, um eine Informations- und Aufklärungsoffensive anzukündigen.

Strasser räumte am Montag ein, dass es seit etwa einem Jahr zu einem deutlichen Anstieg der "importierten Kriminalität" gekommen sei. Nach umfangreichen Reformen innerhalb der Exekutive gebe es mittlerweile eine "gewisse Entlastung", sagte Strasser.

Die am gleichen Tag veröffentlichte Kriminalitätstatistik für April zeige, "dass wir am richtigen Weg, wenn auch noch nicht am Ziel sind." Der Anstieg der Kriminalitätszahlen seit vergangenem Jahr gehe aber nicht auf Bürger der neuen EU-Staaten zurück, unterstrich Strasser. Das Gros der ausländischen Straftäter komme aus deren östlichen Nachbarländern oder vom Balkan.

In der Statistik der ausländischen Tatverdächtigen stellt Polen die meisten Verdächtigen unter den neuen EU-Ländern, rangiert in einer Liste der Herkunftsländer mit 0,9 Prozent aber erst an 7. Stelle.
(Schluss) pat

10.5.2004 13:58