Montag, 10. Mai 2004

Anstieg bei Kriminaldelikten: Niederösterreich ist mit 7.812 Fällen Spitzenreiter

  • Im Vergleich zum Vorjahr gab es um 6,8 % mehr Delikte
  • Nach der EU-Erweiterung Unternehmer verunsichert

Ernüchterndes Ergebnis bei der Kriminalstatistik 2004. Im ersten Quartal nahmen die Delikte um 6,8 Prozent zu. Niederösterreich führt mit einem Plus von 22,1 Prozent deutlich die Statistik an. Vor allem die Banküberfälle nahmen im Vergleich zum Vorjahr enorm zu. Im Zeitraum von Jänner bis April wurden 56 Überfälle gemeldet. Im letzten Jahr waren es noch 35. Seit April sind die Zahlen wieder rückläufig.

Besonders starke Zuwächse wurden in Niederösterreich (plus 22,1 Prozent), Vorarlberg (plus 14,5 Prozent) und im Burgenland (plus 13 Prozent) verzeichnet. Rückgänge gab es in Salzburg (minus 2,7 Prozent) und in Kärnten (0,9 Prozent). Diese Zahlen gab das Innenministerium am Montag bekannt.

Die Aufklärungsquote von Jänner bis April ist verglichen mit den ersten vier Monaten des vergangenen Jahres um 0,93 Prozentpunkte gestiegen, und zwar von 38,13 auf 39,06 Prozent. In absoluten Zahlen: von 76.828 auf 84.169 Fälle. Ende März hatte die Aufklärungsquote noch 39,46 Prozent betragen.

Die Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung wurden vor allem in den Bereichen Diebstahl, Raub und Betrug erzielt. Besonders erfolgreich war die Exekutive in Vorarlberg, in Niederösterreich, in Wien und im Burgenland, wo die Zahl der geklärten Fälle um 14,2 bis zu 22,8 Prozent gestiegen ist.

Allein im April wurden in Österreich 51.310 Kriminalfälle angezeigt. Verglichen mit März waren es um 12,8 Prozent weniger, es war das erste Mal nach Monaten, dass es einen Rückgang gab. Im Innenministerium schließt man auf eine Trendumkehr.

Enorm zugenommen hat die Zahl der Banküberfälle: Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurde von Jänner bis April bereits 56 versuchte und vollendete Überfälle auf Geldinstitute verübt, 32 davon allein in Wien. Geklärt wurden in diesem Zeitraum in Österreich 27. Im Vergleichszeitraum 2003 gab es den Angaben zufolge im gesamten Bundesgebiet 35 Banküberfälle.(apa/red)

Alles auf einem Blick:

Bekannt gewordene FälleMärz 04April 04Veränderung in %
Burgenland1.170811- 30,7%
Kärnten2.5142.316- 7,9%
Niederösterreich7.8127.282- 6,8%
Oberösterreich7.2386.622- 8,5%
Salzburg3.8862.833- 27,1%
Steiermark5.8415.299- 9,3%
Tirol5.7414.521- 21,3%
Vorarlberg2.3431.708- 27,1%
Wien22.27519.918- 10,6%
Österreich gesamt58.82051.310- 12,8%


Bekannt gewordene FälleJän-April 03Jän-April 04Veränderung in %
Burgenland3.2113.629+13,0%
Kärnten9.6749.584- 0,9%
Niederösterreich24.32629.707+22,1%
Oberösterreich24.11526.016+7,9%
Salzburg14.31913.930- 2,7%
Steiermark20.55521.162+3,0%
Tirol20.12520.531+2,0%
Vorarlberg7.0278.045+14,5%
Wien78.11982.866+6,1%
Österreich gesamt201.471215.470+6,9%


Geklärte FälleJän-April 03Jän-April 04Veränderung in %
Burgenland1.5791.939+22,8%
Kärnten5.0434.655- 7,7%
Niederösterreich11.58013.733+18,6%
Oberösterreich12.96413.117+1,2%
Salzburg4.9714.693- 5,6%
Steiermark9.62810.000+3,9%
Tirol7.5987.796+2,6%
Vorarlberg3.9434.504+14,2%
Wien19.52223.732+21,6%
Österreich gesamt76.82884.169+9,6%


AufklärungsquotenJän-April 03Jän-April 03Veränderung absolut
Burgenland49,17%53,43%+4,26
Kärnten52,13%48,57%- 3,56
Niederösterreich47,60%46,23%- 1,38
Oberösterreich53,76%50,42%- 3,34
Salzburg34,72%33,69%- 1,03
Steiermark46,84%47,25%+0,41
Tirol37,75%37,97%+0,22
Vorarlberg56,11%55,99%- 0,13
Wien24,99%28,64%+3,65
Österreich gesamt38,13%39,06%+0,93

10.5.2004 12:21