Montag, 10. Mai 2004

Prozess um Notlandung in Wien: Sechs Monate Haft auf Bewährung für Piloten

  • Sommer 2000: Hapag-Lloyd-Maschine musste ohne Treibstoff in Wien notlanden, 13 Personen verletzt

Fast vier Jahre ist es her, dass eine Maschine der Hapag Lloyd auf dem Wiener Flughafen notlanden musste. Am Dienstag ging der Prozess gegen den Piloten zu Ende. Das Urteil: Sechs Monate Haft auf Bewährung. Er habe sich des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr schuldig gemacht, sagte Richterin Renata Bürgel am Dienstag vor dem Amtsgericht Hannover.

Der 59-Jährige hatte den Airbus 310 mit 142 Urlaubern im Sommer 2000 praktisch bis auf den letzten Tropfen Treibstoff leer geflogen. Die Maschine musste im Segelflug notlanden. 13 Menschen waren leicht verletzt worden.

Die gefährliche Notlandung hätte nach Ansicht eines Sachverständigen verhindert werden können, wenn der Pilot früher gehandelt hätte. Bereits über Zagreb habe es im Cockpit Warnhinweise auf eine zu niedrige Treibstoffmenge gegeben, sagte der Sachverständige am Dienstag vor dem Amtsgericht von Hannover aus. Daraufhin hätte der Pilot sofort in Zagreb landen können, spätestens dann aber in Graz.

(apa/red)

10.5.2004 22:51