Mittwoch, 5. Mai 2004

Hohe Sprit-Preise: Österreichs Haushalte heuer mit 130 Euro belastet!

  • Spritpreise seit Vorwoche um einen Prozent gestiegen
  • PLUS: Ölpreis in New York nähert sich 40 Dollar

Die anhaltend hohen Benzinpreise werden die österreichischen Haushalte heuer kräftig belasten. Nach einer Rechnung der Autofahrerclubs werden die hohen Preise an den Zapfsäulen jeden Haushalt im Durchschnitt knapp 130 Euro kosten. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik der EU-Kommission sind die Spritpreise in Österreich alleine seit der Vorwoche um 1 Prozent und seit Jahresbeginn um rund 9 Prozent gestiegen.

Der Abstand der heimischen Nettopreise zum EU-Durchschnitt hat sich aber verringert, obwohl Verhandlungen zwischen Mineralölwirtschaft und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) in der Vorwoche gescheitert waren.

Grund für die europaweit hohen Spritpreise ist laut Energieverwertungsagentur (E.V.A.) "neben den hohen Rohölpreisen auch ein Engpass bei den Erzeugungskapazitäten der Raffinerien". Der Ölpreis in London hatte mit über 35 Dollar je Fass (159 Liter) am Dienstag den höchsten Stand seit 1990 erreicht.

Ein Liter Eurosuper kostete laut EU-Statistik in Österreich zu Wochenbeginn im Durchschnitt 0,939 Euro je Liter, nach 0,932 in der Woche davor und noch 0,864 Euro zu Jahresbeginn. Diesel hat sich seit der Vorwoche von 0,776 auf 0,784 Euro je Liter verteuert. Zu Jahresbeginn hatte Diesel noch 0,716 Euro gekostet. Netto lagen die heimischen Spritpreise bei Eurosuper in der Vorwoche 1,3 Cent und bei Diesel 1,2 Cent über dem EU-Durchschnitt.

Bartenstein hatte in der Vorwoche von der Mineralölwirtschaft eine Zusicherung verlangt, dass die Nettopreise nicht mehr als 2 Cent über den EU-Durchschnitt angehoben würden. Die Industrie hatte jedoch eine Garantie verweigert.

Der ARBÖ hat darauf zu Wochenbeginn von der Regierung eine Senkung der Mineralölsteuer verlangt. Durchschnittlich, so die Rechnung von Dienstag, würden die Autofahrer in jedem Jahr 13.500 Kilometer fahren. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 8,4 Liter Benzin pro 100 Kilometer seien dies 1.080 Liter im Jahr. Seit Jahresbeginn sei der Preis für Eurosuper um knapp 8 Cent gestiegen. Sollte dieser Teuerungssprung übers Jahr bleiben, ergäben sich Mehrkosten von 86,40 Euro pro Jahr pro Autofahrer oder gut 130 Euro pro Haushalt (mit durchschnittlich eineinhalb Autos), so die Rechnung des Autofahrerclubs.

Der Finanzminister kassiere durch die höheren Mehrwertsteuereinnahmen auf Grund der höheren Preise und durch die Anhebung der Mineralölsteuer zu Jahresbeginn heuer in Summe rund 340 Mio. Euro. Pendler, meinte der ARBÖ, würden durch die höheren Preise noch stärker belastet.

Die gegenwärtigen Rekordpreise an den Zapfsäulen sind allerdings relativ. Wie aus Daten der E.V.A. hervorgeht, liegen die Preise inflationsbereinigt noch immer merklich unter dem Rekordniveau Anfang der 80er-Jahre. Gerechnet nach dem heutigen Preisniveau hatten Autofahrer demnach für einen Liter Eurosuper 1981 stolze 1,282 Euro bezahlt. (APA/red)

5.5.2004 14:51