Pünktlich zum Muttertag: Mama hoch drei - ein Treffen der Generationen

Von Christine Vranitzky bis Danielle Spera: Prominente Frauen erklären, warum das Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern einzigartig ist.
Sie ist die erste Bezugsperson im Leben jeder Frau. Und sie bleibt auch die wichtigste, meistens ein Leben lang. Weshalb Mütter und Töchter auch ein ganz besonderes Band miteinander zu verbinden scheint, das es beispielsweise zwischen Vätern und Söhnen kaum je in dieser Form zu beobachten gibt. Ein unsichtbares Band zwar, aber dafür ein umso stärkeres, belastbareres. Wir hatten schon immer eine sehr enge und emotionale Bindung, erinnert sich Doris Rose, Kreativkopf der Boutiquenkette Jones, an ihre Kindheit. Aber je älter wir beide geworden sind, umso mehr hat sich diese Beziehung weiterentwickelt und ist heute noch gefühlsbetonter als früher. Meine Mutter ist für mich ein Rückhalt, bei ihr kann ich mich fallen lassen, und sie gibt mir Wärme und Geborgenheit. Mit anderen Worten: Ich weiß, dass ich mich immer auf sie verlassen kann. Und auch Doris Roses Mutter Kristiane Dorfmeister empfindet ähnlich: Wir gehen sehr liebevoll miteinander um, vertrauen einander und telefonieren täglich. Das heißt zwar nicht, dass es nicht trotzdem auch Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Frauen gibt, doch die sind meistens schnell ausgeräumt: Ich könnte es nicht aushalten, ein paar Tage nichts von ihr zu hören.
Die Mutter, eine normale Freundin? Hört man Frauen über ihre Mütter sprechen, so wird ein Vergleich ganz besonders häufig gezogen: Sie ist wie meine beste Freundin. Tatsächlich werden Mütter manchmal sogar von der Gesellschaft dazu gedrängt, diese Rolle einzunehmen. Ich kann mich noch erinnern, als meine Tochter Claudia zwölf Jahre alt war, sagt Christine Vranitzky. Da gab es ein Gespräch mit ihrem damaligen Schuldirektor, der meinte, ich sollte schön langsam beginnen, darauf zu achten, meiner Tochter nicht mehr primär nur eine Mutter, sondern auch eine Freundin zu sein. Ein einschneidendes Erlebnis sei das für sie damals gewesen, so die Ehefrau von Altkanzler Franz Vranitzky, nach dem sie erst bewusst begonnen habe, sich mit der Lebenswelt ihrer Tochter auseinander zu setzen. Ich habe eben versucht, ihr eine Freundin zu sein. Der Versuch scheint geglückt, denn das Verhältnis zwischen Claudia und Christine Vranitzky ist heute locker und entspannt, obwohl sich die Tochter noch gut an die elterliche Strenge der Mutter erinnert: Ich denke, das war so, weil auch meine Mutter ihrerseits sehr streng erzogen worden ist. Doch diese erzieherische Härte, an die sich auch Matriarchin Anna Kristen, 91-jährige Mutter von Christine Vranitzky, noch gut erinnern kann, möchte Claudia Vranitzky-Knehs nicht an ihre Tochter Olivia weitergeben: Sie soll zwar wissen, wie man sich benimmt, sich aber nicht in ein Korsett gezwungen fühlen und Spaß haben.
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