Hannelore Zibuschka & Karl Wlaschek: Charly, allein zuhaus
- Mit dem Liebespaar des Jahres ist es schon wieder vorbei.
- Er schikanierte, sie zog aus.

Selbst harthörige ältere Herrschaften vermeinten schon die Hochzeitsglocken schellen zu hören. Denen (den Glocken) scheint indes mittlerweile der Klöppel abhanden gekommen. Schon hatte sich Wiens Society das Szenario der Eheschließung Nr. 5 von Billa-Gründer und Multimilliardär Karl Wlaschek, 86, mit der jüngst erstandenen Lore Zibuschka, 59, ausgemalt.
Es kam konträr. Nach knapp fünf Monaten ist es mit der Händchen haltenden Lebensplanung vorbei. Lore Zibuschka, die im Juni 60 wird, hat die Wlaschek-Residenz in der Wiener Bankgasse schon wieder verlassen und zog sich eines Besseren belehrt in ihre Wohnung in Wien-Hietzing zurück. Sie sagt, es sei definitiv.
Stur und beleidigt! Engsten Freundinnen vertraute sie an, ein Zusammenleben mit KaWe, wie Freunde den zwei Milliarden schweren Immobilienkaiser und reichsten Mann Österreichs nennen, sei ein Ding des Unmöglichen. Sie habe sich redlich um Kompromisse bemüht, doch sei er stur und beleidigt auf keinen davon eingegangen. Bis er sie schließlich mit tagelangem eisigem Schweigen bestraft habe.
Sie liebt die Natur. Die heimlichen Befürchtungen ihres Freundeskreises haben sich somit bewahrheitet. Die Gewohnheiten der beiden reifen Semester sind nicht kompatibel. Die sportliche Dame liebt Natur, Sonne, Berge, er das verrauchte Café. Er war nicht ein einziges Mal zu bewegen, mit mir aus der Wohnung in der dunklen, engen Gasse in den frischen Frühling hinauszugehen. Sein Urteil: Ich brauch keine frische Luft! Sie hat ihre Joggingläufe ihm zuliebe in die frühen Morgenstunden verlegt, wenn er ohnehin noch schlief. Sein Kommentar: Die Narrische rennt scho wieder! Ausflüge zum geliebten Golf wie konspirative Treffen mit Freundinnen waren untersagt. Ich sollte jede Minute für ihn verfügbar sein, ließ sie wissen. Und: Ich hab mein Leben lang keine Mittagsschläfchen gehalten, er aber hat es von mir verlangt! Wenn sie abends einmal ausgingen, dann nur ins hauseigene Café Central, wo er als Charly Walker gern in die Tasten langte, gegen zehn aber beschied: So, jetzt müssen wir schlafen gehen. Er pofelt mit Hingabe, sie ist Nichtraucherin.
Nicht für alles Geld! Ihr Resümee: Diese Einengung und Unterdrückung kann ich für alles Geld der Welt nicht ertragen. Ich bin nicht käuflich. Wenn ich nicht an die frische Luft komme, gehe ich ein wie eine Primel.
Leichten Herzens ging sie nicht, und nicht nur der satten 7.000-Euro-Zuwendung jeden Monat wegen. Der Scheck mit der begleitenden Aufforderung Da, kauf dir was Schönes! ist jetzt weg.
Doch mehr schmerzt die Tatsache, sich nun wieder im ungeliebten Single-Leben zurechtfinden zu müssen. Denn der Wunsch, nicht allein zu sein, sondern sich um jemanden zu kümmern, sei das eigentliche Motiv ihrer Partnersuche gewesen, als sie im Dezember des Vorjahres auf das verlockende Inserat geantwortet habe.
Da stand in der Anzeigenrubrik der Presse an sich Geläufiges: Erfolgreicher, gut situierter älterer Herr sucht ungebundene, attraktive Gesellschaftsdame (ab 50) für gemeinsamen Lebensabend. Wenn Sie musikliebend, kultiviert, gepflegt und gebildet sind, dann handeln Sie jetzt! Dass sich hinter dem Brautwerber Karl Wlaschek verberge, der erst kurz davor Ehefrau Nummer vier nach tödlich verlaufener Operation verloren hatte, wusste keiner.
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