"Der Kampf beginnt erst jetzt": Sanierung der Alitalia-Fluglinie läuft auf Hochtouren
- Neuer Präsident will Sanierungsplan rasch umsetzen
- Präsident Cimoli hält Entlassungen für notwendig
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Insgesamt mussten 1.300 Flüge gestrichen werden
Der neue Präsident und Geschäftsführer der Fluggesellschaft Alitalia, Gianfranco Cimoli, hat seinen Kampf gegen den Zusammenbruch der schwerverschuldeten Airline begonnen. Der bisherige Präsident der italienischen Eisenbahnen traf erstmals mit den Managern der Fluggesellschaft zusammen. Die Verschuldung der noch staatlichen Fluggesellschaft ist auf ein Rekordhoch von 600 Mio Euro geklettert.
Allein seit Jahresbeginn sammelte die Fluggesellschaft Verluste im Wert von 250 Mio Euro an. Die dreitägige Streikwelle der vergangenen Woche bescherte der Fluggesellschaft weitere Verluste im Wert von 40 Mio Euro. Die düstere finanzielle Lage der Fluggesellschaft wird bei der am kommenden Donnerstag geplanten Alitalia-Aufsichtsratssitzung besprochen.
Cimoli, der wegen seines Sanierungstalents bekannt ist, wird in den kommenden Tagen eine Gesprächsrunde mit den Gewerkschaften über den neuen Sanierungsplan beginnen, mit der er der Alitalia den Konkurs ersparen will. Der 65-jährige Toskaner weiß, dass der Weg steil ist. "Die Alitalia-Probleme sind mit dem Spitzenwechsel nicht gelöst. Jetzt hoffen wir auf Cimolis Sanierungsplan", sagte Arbeitsminister Roberto Maroni.
"Der Kampf um die Zukunft von Alitalia beginnt erst jetzt. Die Fluggesellschaft hat ein neues Management, das sich bei der Sanierung der Eisenbahnen als erfolgreich erwiesen hat. Jetzt muss der neue Alitalia-Chef in Kürze einen Rettungsplan verfassen", betonte der italienische Arbeitsminister.
Personalabbau unumgänglich
Maroni warnte, dass Alitalia zu viel Personal unter Vertrag habe. Die noch staatliche Fluggesellschaft habe in den vergangenen zehn Jahren trotz der Schwierigkeiten zu viele Mitarbeiter eingestellt. Nun dürfe niemand hoffen, dass das überschüssige Alitalia-Personal in die öffentliche Verwaltung aufgenommen werden könne, meinte der Minister.
Auch der italienische Europaminister Buttiglione betonte, dass der Sanierungsprozess bei Alitalia nicht schmerzlos sein werde. "Cimoli ist ein großer Manager, mit seiner Ernennung zum neuen Alitalia-Chef haben wir jedoch nicht Alitalias Probleme gelöst. Die Fluggesellschaft braucht sofort einen tragfähigen Sanierungsplan", so Buttiglione. Cimoli, der wegen seines Sanierungstalents bekannt ist, wird in den kommenden Tagen eine Gesprächsrunde mit den Gewerkschaften über den neuen Sanierungsplan beginnen, mit der er der Alitalia den Konkurs ersparen will.
Die Regierung Berlusconi hofft auf private Investoren, um Alitalia vor dem Konkurs zu retten. Cimoli muss unter anderem Kapitalaufstockung in die Wege leiten, die Privatunternehmen den Einstieg in die Alitalia ermöglichen sollen. Angesichts der starken Alitalia-Verschuldung könnte die Kapitalaufstockung sogar eine Milliarden Euro betragen, so Experten. (apa)
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