Ölpreis sprengt die 40 Dollar Marke! IEA schließt Benzinpreisschock nicht mehr aus
- Folge: Benzin ist derzeit so teuer wie noch nie
- Grund dafür ist vor allem Treibstoffknappheit in den USA
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16-Jahres-Hoch: Ölpreis in N.Y. nähert sich 40 $
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BP-Chef in NEWS: "Wegen Transport-Mehrkosten"
·Ihre Meinung: Ganz Österreich diskutiert
Spritpreise gerechtfertigt oder zu teuer?
·Das wollen wir! 11,4 Cent pro Liter Benzin
D: Fehler bei Neuprogram- mierung der Tankanlage
Die bisherigen Rekordpreise für Benzin aus dem Jahr 2000 sind mit der heutigen Spritpreiserhöhung eingestellt worden. Grund ist zum einen eine Treibstoffknappheit in den USA, zum anderen die anhaltende Krise im Nahen Osten. Der Ölpreis ist in New York heute zum ersten Mal seit der Kuwait-Krise 1990 auf knapp 40 Dollar gestiegen. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) schließt einen neuen Ölpreisschock nicht mehr aus.
Nach Einschätzung von Analysten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) trägt die Verunsicherung über die Lage im Nahen und Mittleren Osten nach den jüngsten Zwischenfällen im Irak wesentlich zum Anstieg der Preise bei. Erst heute, Donnerstag, hat es im Irak einen neuerlichen Anschlag auf eine Öl-Pipeline gegeben. Dazu kommen laut Shell Austria-Sprecher Hans Wenk auch noch eine Benzinknappheit in den USA, eine weit stärker als erwartete Nachfrage aus China und Indien und vorübergehende Produktionsstopps in einzelnen Raffinerien. Ob sich die Treibstoffe in nächster Zeit weiter verteuern oder wieder verbilligen würden, könne man derzeit in keiner Weise vorhersagen, so Wenk.
Am Donnerstag stieg der Preis für ein Fass (159 Liter) der US-Ölsorte Light Crude (zur Lieferung im Juni) gegenüber dem Vortag zwischenzeitlich um 40 Cent auf 39,97 Dollar an und notierte damit nur noch 3 Cent unter der markanten 40-Dollar Marke. In London kletterte der Fasspreis für die meistgehandelte Nordseesorte Brent bis 15 Uhr um 36 Cent auf 37,08 Dollar. Brent wurde damit zum ersten Mal seit 14 Jahren über 37 Dollar gehandelt und OPEC-Öl knackte die 35 Dollar-Marke.
Eurosuper in Österreich kostet nach der Erhöhung an den Selbstbedienungstankstellen jetzt bis zu 1,044 Euro je Liter, Diesel bis zu 0,884 Euro. Bei der OMV betrifft die dramatische Anhebung um gleich 5 Cent allerdings nur die Autobahntankstellen, für die übrigen Tankstellen hat die OMV die Richtpreise für Eurosuper "nur" um 2 Cent, für Diesel um einen Cent angehoben. Bei BP und Shell hingegen sind die Richtpreise generell erhöht worden. Selbst die die Diskontkette Jet hat laut ARBÖ ihre Zapfsäulenpreise ab sofort um bis zu 3 Cent erhöht. Verhandlungen zwischen der Mineralölwirtschaft und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) über eine Senkung der Spritpreise waren in der Vorwoche gescheitert.
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) zeigt sich unterdessen besorgt über die Folgen hoher Ölpreise für die Konjunktur. "Ein neuer Ölschock - das heißt Preise, die in den kommenden Wochen so sehr steigen, dass der weltweite wirtschaftliche Aufschwung belastet wird
- ist möglich", sagte IEA-Direktor Claude Mandil der Pariser Tageszeitung "Liberation" (Donnerstagsausgabe).
Eine Erhöhung des Ölpreises um zehn Dollar pro Barrel führe zu einer Verringerung des Wachstums auf Weltniveau um 0,5 Prozentpunkte. Diese Schwelle von zehn Dollar sei gegenüber dem Vorjahr bereits erreicht. Für die Länder der Euro-Zone veranschlagt Mandil daher die Drosselung des Wachstums auf 0,5 Prozentpunkte, für die USA auf 0,3 Prozent und für hoch verschuldete Entwicklungsländer auf zwei Prozent. Am Mittwoch hatte bereits der neue Chef des Internationalen Währungsfonds, Rodrigo Rato, auf Gefahren für die Konjunktur hingewiesen. Seinen Angaben zufolge bedeutet ein Anstieg der Ölpreise um fünf Dollar für das weltwirtschaftliche Wachstum einen Rückgang von 0,3 Prozentpunkten. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag vor einem steigenden Inflationsrisiko gewarnt.
In der OPEC mehren sich angesichts dessen die Forderungen nach einer Erhöhung der Öl-Förderungsquoten im dritten Quartal dieses Jahres. In der Tageszeitung "Jakarta Post" sagte der OPEC-Konferenzsekretär Purnomo Jusgiantoro, man analysiere zurzeit die Gründe für den Ölpreisanstieg. Zum Wochenanfang hatte bereits der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Obeid bin Saif el Nasseri, angedeutet, dass die OPEC bei ihrem Treffen am 3. Juni in Beirut eine Erhöhung Förderquoten beschließen könnte. Die Quote war erst vor einem Monat um eine Mio. Fass gesenkt worden.
Die Autofahrerclubs in Österreich raten unterdessen den Autofahrern auf Billigtankstellen auszuweichen. Dadurch könne man bis zu 20 Cent pro Liter und so 10 Euro pro Tank sparen, meinen ÖAMTC und ARBÖ, die beide auf ihre Preisvergleiche im Internet verweisen.
Die AK hat dem heimischen Mineralölkonzernen erneut mit einem Preisregelungsantrag gedroht, sollten die Nettospritpreise mehr als 2 Cent über den EU-Durchschnitt angehoben werden. Der ARBÖ verlangt eine Senkung der Mineralölsteuer. Und der ÖAMTC hofft, dass die Autofahrer durch preisbewusstes Tanken Druck auf die Mineralölkonzerne ausüben werden.
An der billigsten Tankstelle Österreichs - einer Shell Tankstelle in Oberösterreich - hat der Liter Eurosuper laut ARBÖ heute, Donnerstag, 0,859 Euro gekostet, fast 20 Cent weniger als an der teuersten Shell-Tankstelle Österreichs.
(apa/red)
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