Dienstag, 4. Mai 2004

Grasser übernimmt Vorsitz des Gouverneursrates der EBRD

  • Für ein Jahr im Gremium der Osteuropabank
  • Erster österreichischer Finanzminister in dieser Position

Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist für ein Jahr zum Vorsitzenden des Gouverneursrates der EBRD ("Osteuropabank") ernannt worden. Der Gouverneursrat ist das oberste Entscheidungsgremium der sechzig Mitgliedsländer und zwei EU-Institutionen umfassenden Bank. Er stimmt über grundlegende Angelegenheiten, wie etwa die Aufnahme neuer Mitglieder oder die Genehmigung des Kapitals der Bank, ab. Erstmals seit Gründung der EBRD im Jahr 1990 wird der Vorsitz des Institutes von einem österreichischen Finanzminister wahrgenommen.

Die EBRD ist die einflussreichste Förderbank in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Ostblocks und auf dem Balkan. Ihre vorrangige Aufgabe ist es, den ökonomischen Transformationsprozess im Gefolge der politischen Umwälzungen nach 1990 zu unterstützen. Das Operationsgebiet der Bank reicht von den nunmehrigen neuen Mitgliedstaaten der EU bis nach Zentralasien und neuerdings auch bis in die Mongolei. Das Schwergewicht der EBRD liegt hierbei auf der Finanzierung von Privatsektorinvestitionen, womit der essenziellen Rolle dieses Sektors bei der Transformation dieser Staaten zu funktionierenden Marktwirtschaften Rechnung getragen wird.

Im vergangenen Jahr hat die EBRD insgesamt 119 Projekte im Wert von 3,7 Mrd. Euro finanziert. Österreich ist bei der Genehmigung dieser Projekte im Aufsichtsrat der Bank ständig mit einem Direktor vertreten.

Die besondere Bedeutung der Bank für Österreich ergibt sich daraus, dass österreichische Exportoffensiven schwerpunktmäßig auf die von der EBRD abgedeckten Regionen zielen. Österreichs Wirtschaft ist dabei einer der wichtigsten Geschäftspartner der Bank geworden. Bei Kofinanzierungen mit der Bank lagen österreichische Unternehmen 2003 an erster Stelle.
(apa/red)

4.5.2004 10:50