Samstag, 8. Mai 2004

34. Bundesliga-Runde: Doppelpack von Mayrleb besiegelt Rapid-Niederlage

  • Superfund bleibt weiterhin auf der Erfolgsspur
  • Kärnten gewinnt vs. Mattersburg, Salzburg vs. Admira

Das Duell um Platz drei in der Bundesliga ging an den FC Superfund Pasching. Die Oberösterreicher setzten sich gegen Rapid vor 7.150 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion durch zwei Treffer von Christian Mayrleb in der 42. und der 51. Minute mit 2:0 (1:0) durch. Allerdings war beim Stand von 0:0 in der 34. Minute ein regulärer Rapid-Treffer von Rene Wagner zu Unrecht wegen Abseits aberkannt worden. Vor den letzten beiden Runden liegt Pasching nun mit 59 Punkten auf Rang drei, Rapid hält als Vierter bei 57 Zählern.

Beide Vereine waren durch den Cup-Finaleinzug von GAK und Austria bereits vorzeitig für den UEFA-Cup qualifiziert, aber vor allem für die Gastgeber war das Duell um Platz drei eine "Prestige-Angelegenheit". Die Mannen von Georg Zellhofer zeigten gleich zu Beginn, warum sie im Frühjahr in der Meisterschaft nach wie vor ungeschlagen sind: Christian Mayrleb (3.) und Bozo Kovacevic (6./Mario Prisc klärte vor der Linie) hatten Möglichkeiten zur frühen Führung, Rapid bekam das Spiel erst nach zehn Minuten besser in den Griff.

Rapid-Tor zu Unrecht aberkannt
Nach einer ersten Chance für die Hütteldorfer durch Rene Wagner (13.) hatten allerdings erneut die Hausherren die große Gelegenheit zum 1:0, doch Mayrleb rasierte per Kopf eine ideale Flanke von Roland Kirchler und bekam den Ball nur an die Schulter (25.).

Dann griff allerdings das Schiedsrichter-Team entscheidend ins Spiel ein: Nach Lochpass von Prisc tauchte Axel Lawaree alleine vor Pasching-Torhüter Josef Schicklgruber auf und legte ideal vor für Rene Wagner, der sicher vollendete (34.). Der vollkommen reguläre Treffer wurde allerdings von Schiedsrichter Manfred Krassnitzer nach falscher Abseits-Entscheidung seines Assistenten zu Unrecht nicht anerkannt.

Doppelt bitter für Rapid
Kurz vor der Pause war man nicht 1:0 vorne, sondern mit 0:1 zurück. Nach Vorlage von Kirchler setzte sich Mayrleb im Strafraum gegen Martin Hiden durch und traf genau ins lange Eck (42.). Nach dem Wechsel ließ Kai Schoppitsch zunächst noch die Chance zum 2:0 aus (49.), aber Mayrleb machte zwei Minuten später mit seinem Doppelpack alles klar. Nach Schoppitsch-Eckball parierte Rapid-Keeper Ladislav Maier zunächst noch den ersten Mayrleb-Kopfball, der zweite Versuch war jedoch erfolgreich.

Rapid fehlte im Finish die Kraft um den Spiel noch eine Wende zu geben, zudem waren mit Helge Payer, Markus Hiden, Ferdinand Feldhofer, Andreas Ivanschitz, Mehdi Pashazadeh, Jovica Vico und Kapitän Steffen Hofmann (Überdehnung des Innenbandes im Knie) zu viele Schlüsselspieler verletzt nicht dabei.

Kantersieg für Kärnten
Der FC Kärnten hat sich in der drittletzten Runde nach mehreren unglücklichen Punktverlusten den Frust von der Seele geschossen. Die Klagenfurter feierten am Samstag gegen SV Mattersburg dank drei Treffern im Finish einen 5:1 (1:1)-Erfolg und wahrten damit die Chance auf den Klassenerhalt.

Die Pacult-Elf übernahm von Beginn das Kommando und nachdem einige Chancen vergeben worden waren, bezwang Akwuegbu Keeper Hedl mit einem abgefälschten Schuss (29.). Doch erneut duften sich die Gastgeber trotz guter Leistung der Führung nicht lange freuen: Ein Fehlpass von Zajac erlaubte Mattersburg einen Konter, den Mörz zum 1:1 abschloss (37.).

Diesmal war das Glück aber auf Seiten des FC Kärnten. In der 58. Minute gelang Akwuegbu sein zweiter Treffer, er spitzelte den Ball von Hedl weg und schoss ein. Mattersburg hatte anschließend durch Mörz zwei gute Möglichkeiten, doch das Finish gehörte den Kärntnern, die den ersten Saisonerfolg über die Burgenländer und ihren ersten Sieg nach acht Matches (seit dem 2:0 gegen Austria Wien am 21.3.) feierten. Hota (88.), Maric (91./Elfer nach Foul von Pauschenwein an ihm selbst) und Zajac (91./nach Corner von Kabat) sorgten für den weitaus höchsten Saisonerfolg der Pacult-Elf.

Salzburg mit 2:1-Sieg gegen Admira
Der SV Wüstenrot Salzburg hat am Samstag mit einem 2:1 (1:0)-Heimsieg über Herold Admira einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der T-mobile-Bundesliga gemacht. Die Hausherren siegten dank Treffern von Laessig (30.) und Schriebl (69.) letztlich verdient, der Ehrentreffer durch Iwan (97.) kam zu spät. Salzburg liegt zwei Runden vor Schluss fünf Zähler vor Schlusslicht Kärnten, die am Schlusstag noch zur Wiener Austria müssen.

Beide Mannschaften begannen unsicher. Die Gäste übernahmen langsam das Kommando, während die Salzburger nach der Durchsage, dass die Kärntner Mattersburg mit 5:1 geschlagen haben, wie gelähmt wirkten. Die Hausherren hatten in den ersten 45 Minuten große Mühe, das Spiel zu machen. Und so wäre die Truppe von Raschid Rachimow in der 13. Minute beinahe in Führung gegangen: Nach einem Markovic-Pass überhob Linz Salzburg-Goalie Arzberger, doch der Ball ging knapp am Tor vorbei. Nach fast einer halben Stunde Spielüberlegenheit kam wie aus dem Nichts der Führungstreffer für die Salzburger. Juliano flankte einen Freistoß nach einem Matyus-Foul an dem Brasilianer selbst optimal zur Mitte und Heiko Laessig köpfelte zum 1:0 ein.

Nach der Pause zeigte sich die Mannschaft von Peter Assion wesentlich aggressiver, vor allem der in der 54. Minute eingewechselte Friedl brachte mit seiner Schnelligkeit die Admira-Abwehr immer wieder ins Schwimmen. Einen schnellen Vorstoß des neuen Mannes konnte Ziervogel in der 68. Minute nur noch mit seinem zweiten Gelb-Foul stoppen, damit musste er vom Platz. Eine Minute später ermöglichte wieder ein Juliano-Freistoß die Entscheidung, Alexander Schriebl schoss aus etwa sechs Metern das 2:0.

Danach gab es durch Scharrer (2), Jank und Richarlyson noch mehrere hochkarätige Chancen, der verdiente Sieg der Salzburger Violetten hätte durchaus noch höher ausfallen können. In der überlangen Nachspielzeit kamen die Gäste noch zum unerwarteten Anschlusstreffer durch Iwan (97.), der aber zu spät kam.

Unter den Zuschauern saß auch der seit Juni 2002 vereinslose Trainer Bernd Krauss, der sich ein Bild von seinem möglichen neuen Klub Herold Admira machte. Der Deutsche, der früher als Doppel-Staatsbürger auch 22 Mal für Österreich im Nationalteam gespielt hat, feierte am Samstag übrigens seinen 47. Geburtstag. Er ist ebenso wie Ernst Dokupil und Marinko Koljanin als Nachfolger von Rachimow im Gespräch. (apa/red)

8.5.2004 17:05