Samstag, 8. Mai 2004

Schwimmen: Zum EM-Auftakt geht's für Österreichs Athleten um den Final-Einzug

  • Rogan, Nadarajah, Draxler wollen in Dienstag-Endläufe
  • PLUS: Das EM-Programm und Österreichs Starter!

Der erste Wettkampftag der Schwimmer bei der 27. EM in Madrid läuft mit einem Großaufgebot an Österreichern ab. Sieben der elf Qualifizierten sind zum Auftakt im Einsatz, dazu kommen die beiden Wasserspringerinnen Anja Richter und Marion Reiff solo vom Turm. Um Medaillen geht es für das VÖS-Schwimm-Septett noch nicht, aber um Final-Qualifikationen. Im Einsatz sind Markus Rogan, Fabienne Nadarajah, Judith Draxler, Lukas Ostermaier, Barbara Auer, Jördis Steinegger und Maxim Podoprigora.

Podoprigora, der EM-Dritte 2000 über 200 m Brust ist sich über seine Möglichkeiten selbst im Unklaren, der Saison-Verlauf gab bisher noch keinen Aufschluss über seine wahre Stärke. Von einer im Jänner erlittenen Knieverletzung und einer im März eingefangenen Grippe gehandicapt blieb "Podo" bisher zwei Mal klar über dem Olympia-Limit, im dritten Anlauf soll es nun klappen. "Nur das zählt für mich. Schwimm' ich das Limit und bin Zehnter, ist das auch okay." Ein EM-Finaleinzug ist nun übrigens doch nicht gleich einem Athen-Ticket.

Daher muss Podoprigora voll auf die Zeit gehen, und das will er schon am Montag über 100 m tun. "Ich müsste für das Limit meine Bestzeit um zwei Zehntel drücken, aber warum nicht. Beim Austria-Meeting bin ich einen guten 50-er geschwommen, persönliche Bestzeit trotz nicht optimalem Start und Anschlag. Da hab' ich gesehen, was möglich ist", macht sich der Wiener Hoffnung. Aber über 200 m Brust ist die Limit-Chance größer, dafür müsste Podoprigora in knapp drei Wochen knapp drei Sekunden schneller werden.

Körperlich hat der Ex-Kurzbahn-Europarekordler alles für den Erfolg getan: "Ich habe in zwei Monaten über die Ernährung sieben Kilo abgenommen. Einiges an Muskelmasse vom Trainingslager ist jetzt weg." Podoprigora hat dadurch eine höhere Wasserlage und keinen so großen Sauerstoffbedarf. "Da schwimmt es sich ganz einfach leichter." Auch Coach Andrzej Szarzynski ist jetzt zuversichtlicher als noch vor einem Monat. "Nach der Krankheit ist gar nichts gegangen, da ist man als Trainer dann auch ratlos und weiß nicht, wie man helfen kann."

Vize-Europameister fehlt die Spritzigkeit
Rogan beginnt die EM mit den 100 m Rücken. Der 22-Jährige ist zwar Vize-Europameister über diese Distanz, momentan fehlt ihm wegen viel Ausdauer- und Kraft-Training jedoch ein wenig die Spritzigkeit. "Aber was ich am Anfang verlier', hol' ich vielleicht am Ende wieder auf", hofft der US-Student. Mit ihm im Bewerb gibt Lukas Ostermaier sein EM-Debüt, der Student der Wirtschaftsinformatik strebt persönliche Bestzeit an.

Nadarajah geht über 50 m Delfin auf eine Medaille los, in der Nennliste ist sie Dritte. "Die vor mir sind nicht unschlagbar, Andere nur knapp hinter mir. Da ist viel möglich", verrät die 18-Jährige. In diesem Bewerb startet mit Final-Chancen auch Draxler, ihr favorisierter Kraul-Sprint wird erst am letzten EM-Tag geschwommen. Auer geht auf den 200 m Rücken, ihrer Parade-Disziplin, auf ihren nationalen Rekord los und Jördis Steinegger schwimmt sich bei ihrem EM-Debüt über 400 m Lagen für die 200 m Lagen und Kraul ein. (apa/red)

8.5.2004 15:42