Dienstag, 4. Mai 2004

Olympia 2004: ÖOC erwartet 70 Starter, derzeit nur 41 Österreicher fix dabei

  • Kleinstes Team seit fast 30 Jahren zeichnet sich ab

Am Mittwoch trennt die Sportwelt nur noch 100 Tage von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Athen. Die größte Sportveranstaltung des Jahres findet von 13. bis 29. August statt. Nach dem derzeitigen Stand dürfen sich 41 Österreicher/innen als Fixstarter betrachten, doch werden sich in den nächsten Wochen noch etliche dazu gesellen. "Ich erwarte an die 70 Teilnehmer", sagt ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth.

Auch wenn es 70 Aktive werden sollten, wäre dies das kleinste ÖOC-Aufgebot seit 1976 in Montreal (64). Bei den Sommerspielen danach - 1980 in Moskau (89), 1984 in Los Angeles (107), 1988 in Seoul (76), 1992 in Barcelona (109), 1996 in Atlanta (74) und 2000 in Sydney (94) wurde die 70er-Marke jeweils übertroffen. Wie viele es definitiv sein werden, wird am 20. Juli - zwei Tage nach Qualifikationsschluss - bei einer ÖOC-Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben.

Geringe Medaillenerwartung
Hinsichtlich Medaillen-Erwartungen macht sich Jungwirth keine Illusionen: "Eine halbe Hand voll wäre bereits als Erfolg zu werten, denn es gibt keine Bloßfüßigen mehr. Es wäre nur schlecht, sollten wir mit leeren Händen dastehen". Die größten Chancen haben wohl die Schwimmer, doch auch im Segeln oder Schießen waren ÖOC-Vertreter bei Sommerspielen immer wieder für Edelmetall gut. Hoffnungen darf man sich diesmal dank Werner Schlager auch im Tischtennis machen. Mehr als drei Medaillen gab es allerdings zuletzt 1980 bei den Boykott-Spielen in Moskau (4), wo u.a. die USA gefehlt hatten.

Jungwirth geht davon aus, dass in Athen alle Bewerbe trotz diverser Probleme im Vorfeld problemlos über die Bühne gehen werden. "Alle Sportstätten werden fertig, auch wenn es bei Details wie dem Schwimmdach Probleme geben kann". Schwierigkeiten erwartet er im Bereich der Infrastruktur (Verkehr etc.), doch könnte das dadurch entschärft werden, dass viele Athener im August Olympia den Rücken kehren und während der Spiele auf Urlaub gehen.

Im Bereich der Sicherheit erblickt der ÖOC-General keinen Unterschied zu Salt Lake City. Ähnliche Vorkehrungen wie bei den Winterspielen 2002 seien auch in Griechenland zu erwarten. "Der Luftraum wird ähnlich optimal geschützt sein wie damals", glaubt Jungwirth, nach dessen Angaben kein österreichischer Sicherheitsbeamter die ÖOC-Delegation begleiten wird.

4.5.2004 12:09