Jörg Haider droht H.-P. Martin: "Werden bis zur EU-Wahl noch einiges vorlegen"
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Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ist wenig angetan vom sogenannten Spesenaufdecker Hans-Peter Martin, der mit einer eigenen Liste bei den EU-Wahlen antritt. Martin sei "nicht glaubwürdig", habe sich im EU-Parlament bei Spesen und Diäten genauso bedient wie die von ihm Angegriffenen. "Dazu werden wir bis zur Wahl noch einiges vorlegen", droht der frühere FPÖ-Chef Martin in einem Zeitungs-Interview an. Gleichzeitig kündigte Haider für die nächsten Europawahlen eine EU-weite Kandidatur an.
Dass das Antreten Martins bei der jetzigen EU-Wahl der FPÖ Stimmen kosten würde, glaubt Haider im Gespräch mit der "Presse" nicht. Auch einen Erfolg Martins sieht der Kärntner Landeshauptmann nicht. "Es sei denn, es fürchten sich alle vor einer Zeitung", nahm Haider offenbar auf die "Kronen Zeitung" bezug, die Martin unterstützt.
Haiders Überlegungen und Pläne, an der Spitze einer länderübergreifenden Bewegung bei Europawahlen zu kandidieren, seien "sicher nicht ad acta gelegt", betont der Altparteiobmann der FPÖ. "Diesmal ist ein gemeinsames Antreten einer Liste in mehreren Ländern noch verhindert worden", erklärt Haider. Doch bei der nächsten Wahl werde mit ihm und seiner Bewegung auf jeden Fall länderübergreifend zu rechnen sein, verspricht er. Ob er derzeit Kontakte zu anderen europäischen Parteien oder Gruppierungen pflege und wenn ja, zu welchen? "Ja, aber mit welchen sage ich Ihnen jetzt nicht." Nur soviel: Er sehe bei EU-Wahlen in Zukunft keine großen Chancen für konventionelle Parteien.
Das EU-Parlament nennt Haider einen "zahnlosen Papiertiger". Verantwortlich für die immer größere Frustration der Bürger über die Union sind für Haider ÖVP und SPÖ: Diese hätten vor dem EU-Beitritt Österreichs den Bürgern eingeredet, Österreich würde Dank der EU mehr herauskriegen als hineinzahlen. Viele Menschen hätten so geglaubt, dass ihnen mehr übrig bleibe, das Gegenteil sei eingetreten. (apa/red)
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