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Der unbequeme Quer-Einsteiger im Porträt
"Eine saubere Wahl" ist offenbar ein FPÖ-Slogan im EU-Wahlkampf. Festlegen wollte sich Spitzenkandidat Hans Kronberger darauf am Freitag aber noch nicht: "Ich gehe davon aus, dass das eine Rolle spielen wird", meinte er nur - und auf die Frage, ob das die Antwort auf die Aktionen von Hans-Peter Martin sei: "Nein, so wichtig ist der nicht."
Auch auf ein Wahlziel legte er sich noch nicht fest: Die FPÖ rangiere in den Umfragen bei neun Prozent, er hoffe, dass "das deutlich besser wird". Was Kronberger in der Pressekonferenz wollte, war, seine "Leistungsbilanz" im EU-Parlament darzustellen. Die Wahlkampfthemen der FPÖ werden Dienstag in einer Pressekonferenz präsentiert, meinte er auf alle Fragen, die darüber hinausgingen.
Eine Wahlkampf-Strategie ist offensichtlich, den Spitzenkandidaten, der bisher - wie er selbst sagte - "wenig mediale Aufmerksamkeit erregt" hat, als fleißigen, über die Fraktionsgrenzen anerkannten Fachmann darzustellen. So schilderte Kronberger ausführlich seine Verdienste im Umweltausschuss: 15 Stellungnahmen und Berichte habe er zu Themen wie erneuerbare Energien, Ökopunkte oder Biokraftstoffe verfasst - mehr als die anderen Spitzenkandidaten für die EU-Wahl. Eine "Koryphäe" auf dem Gebiet Erneuerbare Energien nennt sich Kronberger in seinen PK-Unterlagen.
Kronberger bemühte sich auch, darzulegen, dass es für die FPÖ kein Nachteil sei, im EU-Parlament keiner Fraktion anzugehören. "Im Gegenteil, man hat mich als Fachmann respektiert, ich war an keinem Tag irgendwo ausgegrenzt". Selbst in den "Sanktionszeiten" hätten sich die Kollegen im Umweltausschuss hinter ihn gestellt.
Zurückhaltender als bei seiner Präsentation äußerte sich Kronberger am Freitag zur Frage, ob er FPÖ-Mitglied werde. "Das werden wir sehen", meinte er. Am vergangenen Montag war seine Antwort: "Ja, warum nicht."
(apa)
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