EU-Kommission: Litauen und Estland wohl erste neue Euro-Anwärter
- Beitritt zum Wechselkursmechanismus im Sommer
- Staaten müssen mehrere Kriterien erfüllen
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Die neuen EU-Mitglieder Litauen und Estland könnten nach Einschätzung der EU-Kommission schon im Sommer erste Schritte auf dem Weg zur Einführung des Euro gehen. "Estland und Litauen haben zu erkennen gegeben, dass sie dem Europäischen Wechselkursmechanismus (ERM-2) vor August beitreten wollen", sagte Kommissionssprecher Gerassimos Thomas. Ähnlich äußerte sich auch Tommaso Padoa-Schioppa, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) in der estnischen Hauptstadt Tallinn.
Bevor ein Land in die Euro-Zone aufgenommen werden kann, muss sich seine Währung zwei Jahre lang im Europäischen Wechselkursmechanismus befinden, der nur geringe Schwankungen der Landeswährungen gegen den Euro zulässt.
Viele der zehn EU-Neulinge haben es sich zum Ziel gesetzt, so schnell wie möglich den Euro einzuführen. Vertreter der EU und Zentralbanker haben allerdings gemahnt, diesen Schritt nicht zu rasch anzustreben. Experten erwarten, dass die kleineren Beitrittsländer früher dazu bereit sein werden, etwa ab dem Jahr 2008. Von den größten EU-Neulingen Polen, Tschechien und Ungarn wird hingegen erwartet, dass sie am längsten brauchen werden, weil sie größere Schwierigkeiten bei der Einhaltung der vorgeschriebenen Kriterien haben dürften.
Die Staaten, die ERM-2 beitreten wollen, müssen mehrere Kriterien erfüllen. Sie müssen ihre Haushaltsdefizite auf maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) senken. Außerdem gehört die Kontrolle der Inflation zu den Kriterien. Nach einer formalen Bewerbung setzt die EU einen Zielwechselkurs zum Euro fest, von dem die Landeswährung nur begrenzt abweichen darf.
Padoa-Schioppa bekräftigte, es werde keine Ausnahmen bei den Regeln für eine ERM-2-Aufnahme geben. Die Kommission, die die Einhaltung der Regeln überwacht, hat dagegen angekündigt, den neuen Mitgliedern mehr Zeit einzuräumen, das Defizit-Ziel zu erreichen. Sie rechnet damit, dass viele der Neulinge Probleme haben werden, die Defizitmarke von drei Prozent des BIP kurzfristig zu erreichen. (apa/red)
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