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Mit einer schlichten, aber bewegenden Zeremonie hat auch das Europaparlament die zehn neuen EU- Mitgliedsstaaten willkommen geheißen. Zwei Tage nach Abschluss der größten Erweiterungsrunde in der Geschichte der EU wurden am Nachmittag die Fahnen Estlands, Lettlands, Litauens, Polens, Tschechiens, der Slowakei, Ungarns, Sloweniens, Maltas und Zyperns vor dem Parlamentsgebäude gehisst.
EU-Parlamentspräsident Cox sprach von einem "Augenblick der Wiedergeburt Europas". Erstmals in seiner Geschichte sei der Kontinent durch den freien Willen seiner Völker vereint worden. Wie ein kostbares Geschenk überreichten die zehn Parlamentspräsidenten nacheinander die Flagge ihres jeweiligen Staates an Cox, der die Neumitglieder "herzlich willkommen daheim" hieß. Zu den Klängen der Europahymne wurden die zehn Flaggen sowie die zunächst von ihrem Mast geholte Europafahne dann neben den 15 Flaggen der bisherigen EU- Mitglieder aufgezogen.
Die zehn Fahnenmasten waren in der polnischen Werft Danzig hergestellt worden, wo in den 1980er Jahren mit der Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc das Ende des Kommunismus in Europa eingeläutet worden war, was die Erweiterung der Union nach Mittel- und Osteuropa erst möglich machte. "Unser großer und langer Kampf ist heute beendet", sagte der vom Europaparlament als Ehrengast zur Zeremonie eingeladene Solidarnosc-Begründer Lech Walesa. In seiner Festrede mahnte Walesa, die "wiedergewonnenen Möglichkeiten" Europas zu nützen. Unter anderem forderte der frühere polnische Präsident, Europa "mit beiden Lungenflügeln atmen" zu lassen, "einem materiellen und einem spirituellen". Derzeit sei die EU nämlich vor allem vom Materialismus geprägt.
Nach der Zeremonie trat erstmals das um 162 Abgeordnete aus den zehn neuen Mitgliedstaaten erweiterte Europaparlament zu einer Plenarsitzung zusammen. Bis zur Europawahl am 13. Juni gehören der Straßburger Volksvertretung damit 788 Abgeordnete an, danach wird die Zahl auf 732 Parlamentarier verringert. (apa)
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