Freitag, 7. Mai 2004

Al-Sadr-Vertrauter ruft zum Dschihad auf: Kopfgeld für getötete britische Soldaten

  • Wieder Tote bei heftigen Gefechte in Kerbala & Najaf
  • Al Sadr wies bei Predigt Bushs Entschuldigung zurück

Der Konflikt zwischen den Besatzungstruppen in Irak und Milizionären des radikalen Schiitenführers Muktada el Sadr spitzt sich weiter zu. In Kerbela kam es am Freitag zu heftigen Gefechten, in Najaf wurden bei Kämpfen sechs Mitglieder einer Familie getötet. Ein Vertrauter Al Sadrs setzte ein Kopfgeld für gefangene und getötete britische Soldaten aus.

Der Al-Sadr-Vertraute Scheich Abdul Sattar el Bahadli rief in seiner Freitagspredigt in Basra zum Dschihad gegen die britischen Truppen auf. Jeder, der eine Soldatin gefangen nehme, dürfe sie als Sklavin behalten, sagte er. Al Sadr hielt eine Predigt in der Moschee von Kufa nahe Najaf, in der er die Misshandlungen irakischer Gefangener scharf verurteilte und die Entschuldigung von US-Präsident Bush zurückwies. Diejenigen, die Häftlinge misshandelt hätten, sollten "genauso bestraft werden", sagte er.

An die Amerikaner gewandt, sagte Al Sadr: "Welche Art Freiheit und Demokratie können wir von euch erwarten, wenn ihr so eine Freude daran habt, irakische Gefangene zu foltern?" Rund um Kufa und Najaf sind hunderte US-Soldaten stationiert, um El Sadr gefangen zu nehmen. Aus Kreisen der Streitkräfte verlautete aber, aus Respekt vor der religiösen Bedeutung des Freitags werde der Prediger nicht während der wöchentlichen Fahrt zwischen Kufa und Najaf verhaftet.

Al Sadrs Miliz kontrolliert sowohl Najaf und Kufa als auch das nahe gelegene Kerbela. Dort waren am Freitag Gewehrsalven und Explosionen vor einer Moschee zu hören, die Al Sadr als Büro dient. In Najaf kam es zu nächtlichen Gefechten zwischen US-Soldaten und Milizionären Al Sadrs. Dabei schlug ein amerikanisches Geschoss in ein Wohnhaus ein, sechs Mitglieder einer Familie kamen ums Leben. (apa)

7.5.2004 20:00