Selbstmordattentat in Karachi: Mindestens zehn Tote, 50 Verletzte
- Bombe vor Moschee explodierte bei Freitagsgebeten
- Danach Ausschreitungen von schiitischen Jugendlichen
Ein Selbstmordattentäter hat in einer voll besetzten Moschee in Pakistan am Freitag ein Blutbad angerichtet und mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen. Wie Behördenvertreter mitteilten, sprengte sich der Attentäter in einer schiitischen Moschee der südpakistanischen Hafenstadt Karachi in die Luft, als sich dort etwa hundert Gläubige zum Freitagsgebet versammelt hatten. Rund 50 Menschen wurden demnach zum Teil schwer verletzt.
Ein Berater der Provinzregierung sagte einem privaten TV-Sender, er könne vorausgegangene Berichte bestätigen, wonach es sich um einen Selbstmordanschlag handelte. Die Explosion zerstörte einen Teil des Daches der Moschee sowie einige Fenster, wie Augenzeugen berichteten. "Über dem Anschlagsort stieg ein Feuerball auf", sagte Mushtaq Ali, der den Anschlag leicht verletzt überlebte.
Die Polizei riegelte den Anschlagsort ab. Die Moschee in der Nähe einer Islamschule gehörte nach Angaben der Polizei einer schiitische Moslem-Gemeinde. Augenzeugen berichteten, wie sich schiitische und sunnitische Gläubige am Tatort gemeinsam um die Verletzten kümmerten.
Nach dem Anschlag kam es Ausschreitungen schiitischer Jungendlicher. Sie bewarfen Polizeifahrzeuge mit Steinen und skandierten Parolen gegen die Regierung und die USA.
In der jüngster Zeit hat es mehrfach Anschläge in Pakistan auf Mitglieder der schiitischen Minderheit gegeben. Im Juli 2003 waren in Quetta bei einem Anschlag mutmaßlicher militanter Sunniten auf eine schiitische Moschee 44 Menschen getötet worden. Etwa zehn Prozent der 140 Millionen Pakistaner zählen zur schiitischen Richtung des Islam, fast 90 Prozent zur sunnitischen. Seit Anfang der 90er Jahre wurden in Pakistan bei religiös motivierten Gewalttaten zwischen Anhängern der beiden Richtungen des Islam mehrere tausend Menschen getötet.
(apa/red)
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