Donnerstag, 6. Mai 2004

700-facher Kindesmissbrauchs! Mann wurde in Deutschland angeklagt

  • 40-jähriger Lkw-Lenker legt teilweise Geständnis ab
  • Verdächtiger ist bereits einschlägig vorbestraft

Anklage wegen mehr als 700-fachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen einen 40 Jahre alten Lastwagenfahrer erhoben. Der Mann hat den überwiegenden Teil der Vorwürfe gestanden, teilte die Oberstaatsanwatschaft am Donnerstag mit. Der 40-Jährige sei bereits einschlägig vorbestraft.

Laut Anklage hat der Mann seit Herbst 1999 bis zu seiner Verhaftung im Dezember 2003 insgesamt 16 Buben im Alter von zehn bis 15 Jahren vornehmlich in seiner Wohnung in Eppelheim in der Nähe von Heidelberg sexuell missbraucht. Dabei habe er seinen Opfern teilweise zuvor alkoholische Getränke verabreicht, um sie gefügig zu machen.

Den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen habe der Mann gezielt über seine Mitarbeit in verschiedenen ehrenamtlichen Organisation und teilweise über den direkten Kontakt zu den Eltern der späteren Opfer hergestellt. Dabei sei es ihm gelungen, zielgerichtet das Vertrauen der Eltern und deren Kinder zu erwerben und sich in die Betreuung der Kinder, für die er auch Urlaube im Ausland organisierte und durchführte, einbinden zu lassen.

Einem Sachverständigengutachten zufolge soll der Angeklagte voll schuldfähig sein. Da von ihm in Zukunft vergleichbare Straftaten zu erwarten seien, wolle die Staatsanwaltschaft auch die Anordnung der Sicherungsverwahrung vor Gericht beantragen. Ein Termin für die Hauptverhandlung stand zunächst nicht fest. (apa)

6.5.2004 17:19