Folter-Skandal im Irak: US-Präsident Bush attackiert Verteidigungsminister Rumsfeld
- Neue Vorwürfe: Misshandelten US-Soldaten alte Frau?
- Durchklicken: Neue Schock-Fotos aufgetaucht!
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Folter-Bilder
Schrecklich: Häftlinge bis aufs Blut gequält!
·Noch mehr Folter- Fotos und -Videos!
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·Folter im Irak: Neue Fotos aufgetaucht
US-Soldatin hält nackten Mann an Hundeleine
Im Skandal um die Misshandlung irakischer Gefangener durch Besatzungssoldaten gerät nun US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld immer mehr unter Druck. Laut Presseberichten soll US-Präsident George W. Bush äußerst verärgert darüber gewesen sein, dass Rumsfeld ihn nicht rechtzeitig über die schockierenden Folter-Fotos informiert habe. Durch sein zögerndes Verhalten hat sich der Minister eine Rüge des Präsidenten eingehandelt.
Das berichteten die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" (NYT) am Donnerstag übereinstimmend unter Berufung auf Mitarbeiter des Weißen Hauses. Der Präsident sei besonders verärgert darüber gewesen, dass er über das Ausmaß der Folterungen aus den Medien erfahren habe. Er sei "nicht zufrieden oder glücklich" über die Art und Weise gewesen, wie er über die Fotos informiert worden sei, wurde ein Regierungsmitarbeiter zitiert.
Die "NYT" hatte nach eigenen Angaben für ihre Enthüllung der Maßregelung Rumsfelds die Billigung Bushs. Es sei das erste Mal, dass der Präsident es zulasse, dass seine Unzufriedenheit mit einem ranghohen Kabinettsmitglied öffentlich gemacht werde. Bush erwäge aber nicht, seinen Verteidigungsminister zum Rücktritt aufzufordern.
US-Soldaten misshandelten alte Frau
Nachdem US-Präsident Bush am Mittwoch die Misshandlungen irakischer Gefangener durch US-Personal als "abscheulich" bezeichnet hatte und damit versuchte, Schadensbegrenzung in der arabischen Welt zu betreiben, sind nun neue Vorwürfe aufgetaucht. Laut Angaben der britischen Menschenrechtsbeauftragten Anna Clwyd haben US-Soldaten im Irak auch eine ältere irakische Frau misshandelt. Die Soldaten hätten die Frau angeblich auf den Boden gezwungen, sie als Esel bezeichnet, und einer der Männer habe sich rittlings auf die Frau gesetzt, sagte die Menschenrechtsbeauftragte für den Irak am Mittwoch dem britischen Nachrichtensender BBC News 24.
In den vergangenen Tagen sei der Irakerin gesagt worden, die beiden Täter, die sie beschrieben habe, seien in Gewahrsam, berichtete die BBC, dafür gebe es aber keine Bestätigung.
US-Generäle seien "schockiert" gewesen, als sie ihnen von der angeblichen Misshandlung erzählt habe, sagte Clwyd. Der Vorfall ereignete sich demnach in einer Haftanstalt am Flughafen von Bagdad, der unter dem gleichen Kommando wie das Abu-Ghoreib-Gefängnis in der irakischen Hauptstadt steht.
US-Regierung auch innenpolitisch unter Druck
Im Skandals um die Misshandlung irakischer Gefangener gerät die US-Regierung auch innenpolitisch zunehmend unter Druck. Senatoren und Abgeordnete der republikanischen Partei von Präsident Bush fordern eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe. Bush selbst war am Mittwoch um Schadensbegrenzung in der arabischen Welt bemüht. Die Vorfälle seien "abscheulich", sagte er zwei arabischen Fernsehsendern.
Unterdessen wies der Vorsitzende des US-Geheimdienstausschusses, Roberts, Beschuldigungen zurück, Geheimdienstmitarbeiter hätten US-Soldaten angewiesen, irakische Gefangene zu misshandeln.
Soldaten-Anwalt: Nur Befehle ausgeführt
Der Anwalt eines der beschuldigten US-Soldaten, denen Misshandlung von irakischen Gefangenen vorgeworfen wird, hat die Unschuld seines Mandanten beteuert. Charles Graner habe im irakischen Abu Ghoreib-Gefängnis nur Befehle ausgeführt, sagte dessen Rechtsanwalt Guy Womack am Mittwoch gegenüber US-Fernsehsendern. Graner habe im Gefängnis direkt unter Agenten des Geheimdiensts gearbeitet, die die Gefangenen verhörten.
Der 35-jährige Charles Graner, ein Angehöriger der Militärpolizei, muss sich möglicherweise vor einem Militärgericht wegen Misshandlung von Gefangenen und ungebührlichem Verhalten verantworten. Laut einem Armeebericht wird Graner von Zeugen belastet, er habe Gefangene geschlagen die übereinander liegen mussten. Der Bericht war vom Magazin "The New Yorker" zitiert worden.
"Diese Fotos sind gestellt worden", sagte der Anwalt zu den Aufnahmen von übereinander liegenden irakischen Gefangenen, auf denen auch Charles Graner und eine US-Soldatin zu sehen sind. Damit sollten die Iraker psychologisch für die Verhöre beeinflusst werden. Soldat Graner habe geglaubt dass er sich rechtmäßig verhalte, weil er die Verhörmethoden der Geheimdienst-Mitarbeiter im Gefängnis verfolgte. Im Zivilberuf ist Graner Gefängniswärter im US-Staat North Carolina.
(apa/red)
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