Prozess gegen Brigitte Bardot: Ex-Filmstar entschuldigt sich für rassistische Ausfälle
- Anklage wegen Anstiftung zum Rassenhass
- Staatsanwaltschaft fordert Veurteilung
Brigitte Bardot soll nach dem Willen der Pariser Staatsanwaltschaft wegen Anstiftung zum Rassenhass verurteilt werden. Vor Gericht entschuldigte sich die Ex-Schauspielerin und Tierschützerin am Donnerstag für rassistische Ausfälle.
In ihrem Buch "Ein Schrei in der Stille" empört sich Bardot über Flüchtlinge, die "unsere Kirchen schänden und stürmen, um sie in menschliche Schweineställe zu verwandeln, hinter den Altar scheißen" und warnt vor einer "Islamisierung" Frankreichs. Die Bewegung gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft MRAP bezeichnete den Bestseller als "Lawine aus Schmutz und Hass" und erstattete Anzeige.
Bardot entschuldigte sich vor Gericht
In der Verhandlung sagte die 69-Jährige am Donnerstag, sie wolle in ihrem Leben nur Gutes tun, was ihr nicht immer gelinge. Sie sei weder hasserfüllt noch böse. "Wenn ich jemanden verletzt habe, tut es mir leid." Beim Plädoyer des MRAP-Anwalts war Bardot den Tränen nahe.
Die Staatsanwaltschaft nannte ihr Buch einen "Schrei des Hasses" und forderte eine Verurteilung, ohne ein Strafmaß zu nennen. Bardots Anwalt beantragte Freispruch, das Urteil dürfte in einigen Wochen verkündet werden.
Bardot-Buch als Bestseller
Ihr Verlag Editions du Rocher hat von dem "Schrei in der Stille" mehr als 275.000 Exemplare verkauft, es war seinen Angaben zufolge das erfolgreichste französische Buch des letzten Jahres.
BB zieht darin wahlweise gegen moderne Kunst und Architektur, Umweltverschmutzung, Tempolimits oder Rave-Partys zu Felde und schwärmt von einer vergangenen Zeit mit "menschlichen Dimensionen, einfach, bezaubernd, ohne Gewalt und Pornografie, ohne Konsum um jeden Preis". Daneben gibt es Passagen, die die MRAP "in der Tradition der Propaganda des Dritten Reichs" sieht, mit Angriffen gegen Behinderte und Homosexuelle. Rassismus sei keine Meinung, sondern eine Straftat, begründete die Organisation ihre Anzeige. (apa/red)
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