Dienstag, 4. Mai 2004

Dutroux-Prozess: Wieder schwere Polizei- Panne ans Licht gekommen

  • Hausdurchsungen waren viel zu schlampig
  • Zwei Mädchen mussten deshalb sterben

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Marc Dutroux kommen immer mehr schwere Polizei-Pannen ans Licht. Der Ermittler Michel Bourlet belastete am Dienstag vor dem Schwurgericht im südbelgischen Arlon den Beamten Rene Michaux schwer. Er hatte in den Jahren 1995 und 1996 insgesamt drei Hausdurchsuchungen bei Dutroux geleitet. Dabei gelang es den Gendarmen jedoch nicht, das Kellerversteck ausfindig zu machen, in dem der vorbestrafte Vergewaltiger seine minderjährigen Opfer gefangen hielt.

Die achtjährigen Mädchen Julie und Melissa mussten deshalb sterben, wie Zeugen bereits früher im Prozess aussagten.

Auch bei einer dritten Durchsuchung am Tag der Verhaftung Dutroux', dem 13. August 1996, gingen die Beamten nach Aussage von Ermittler Bourlet nachlässig vor. So hätten sie zwar Briefe der zwölfjährigen Sabine im Haus des Angeklagten gefunden, in der das gefangene Mädchen auf das Kellerversteck hinwies; dennoch hätten die Gendarmen die Durchsuchung nach zwei Stunden ergebnislos abgebrochen. Erst 48 Stunden später und nach einem Geständnis Dutroux' konnten Sabine und ihre Leidensgenossin, die 14-jährige Laetitia, aus dem Dutroux-Kerker befreit werden.

(apa/red)

4.5.2004 14:34